Wie beschreibt man den Moment, in dem man sich bewusst wird, über den Ort an dem man sich befindet, über die Personen, die zusammen mit einem selber, mit an diesem Ort sind? Diesen Lidschlag, von einem Bruchteil einer Sekunde, an dem einem, sich die Welt öffnet. Mir selber ist nicht mehr in Erinnerung, was ich vor dem Moment gedacht habe, als mir mein Gegenüber deutlich wurde. Ein Mensch, männlich, das Gesicht mit Bart und Schmerzen gezeichnet. Wortlos sitze ich diesem Unbekannten gegenüber und arbeite. Stecke Plastikteile zusammen. Ein unverständliches Gemurmel liegt in der Luft, es herrscht eine geladene Atmosphäre. Ich erfasse weitere, nur männliche Wesen, die alle wie an Fesseln, einer Arbeit nachgehen. Gelegentlich schallen laute Rufe durch den Raum. Ich kann diese akustisch verstehen, nur öffnet sich mir nicht ihr Sinn. So geht es die ganze Zeit weiter. Ich mag nicht realisieren wo ich bin, noch was ich mache. In mir wächst ein Wunsch, diesen Ort zu verlassen und diese monotone Tätigkeit, zu beenden. Was macht mich gleich mit den anderen Wesen an meinem Tisch, in diesem Raum. Links und rechts von mir sitzen an diesem langen Tisch Mitgefangene, Gefangene hinter Mauern. Gefangen und gefesselt nicht an Fuß und Arm, sondern von innen heraus, durch die eigene Seele. Gefangen durch das in der Gesellschaft erlernte. Gefangen durch die Ablehnung, Ausgrenzung, wiederholte psychische Verletzung. Seitlich von mir, am Ende des Tisches tauscht ein mit fünfzig jähriger Mann gegen Zigaretten und Geld, Kaffee. Eine Brühe, notdürftig angerührt. Ein, zwei Löffel Pulverkaffee in einen Becher mit heißem Wasser, Zucker und Milch gibt es nicht. Wie ein Stammesfürst wirkt dieser Mann. Ein Mann mit Ausstrahlung. Ein Mann mit Rang. Ich möchte diesen Kaffee nicht, auch interessiert mich dieser Mann nicht. Ich schweige und schaue weiter auf den Tisch, auf die Arbeit vor mit. Tausende von kleinen Plastikteilen, die darauf warten von mir zusammen gesteckt zu werden. Vom linken Berg auf den rechten Berg verlagert zu werden. Mir schmerzen die Hände, vom hundertfachen Zusammenstecken, dieser Mistdinger. Kinderspielzeug, mit der Bestimmung in Kinderzimmern zum Spielen an zu regen. Was für eine Farce. Von der Seite kommen Zwischenrufe, etwa wie „füge dich in dein Schicksal. Es ist, dann alles leichter.“ Wie an mich gerichtet, nehme ich diese Worte auf und mache benommen weiter. Andere Wortfetzen treffen mich. Ohne von einer lauten gesprochenen Frage angeregt, schallen Antworten durch den Raum. Gespenstisch und undurchdringlich. Dann ein Ruf, „Pause..“ Alle Arbeiter erheben sich und streifen durch den Raum. Hinten an der Wand bleibt ein kräftiger wuchtig wirkender Mann sitzen. Es sind Männer, ohne Namen ohne Vergangenheit. Wie leere Hülsen, streifen diese Körper durch den Raum. Ohne Gedanken, weit weg in einem Traum gebannt. In einem Traum gebannt, der nicht mehr in diesem Leben enden möchte, seine Quellen in dem Jetzt und Hier sucht. Ich gehe zu dem Mann am Ende des Raumes. Er stellt sich vor als Kaiser von China. Ich glaube ihm. Auf seiner Hand, hat er, schlecht eine Windrosen tätowiert. Seine Haare trägt er lang und fettig auf seinen Schultern. Ich denke nur was für ein Koloss. Sein Alter will ich nicht schätzen. Nicht weil sein Äußeres das nicht zu lassen würde, nein, man würde diesem Menschen nicht recht tun ihn mit einem Alter zu charakterisieren. Er ist ein Lebender. Ich gehe weiter an das andere Ende des Raumes. Im ganzen Raum haben sich Gruppen gebildet. Der Besenbinder zeigt mir seine Arbeiten. Voller Stolz, werden mir Besen jeder Machart und Verwendung vorgeführt. Ich bin beeindruckt. Schöne Besen. Dann gehe ich weiter. Wie abgesprochen treffe ich mich auf dem Hauptgang mit einem Menschen mit Namen. Er stellt sich mir vor. „Hallo ich bin,“ Name tut nichts zur Sache. „Ich habe dich beobachtet, „ wieder so eine unerklärliche Begebenheit. „Du bist anders, irgendwie gehörst du hier nicht hin“ Ich glaube den Worten, erwidere aber nichts.