Was für ein Morgen. Wieder etwas in der Luft. Zigarette und Kaffee. Schon zu viel. Ungesund, Droge. Grund einzugreifen und nach dem Arzt zu rufen.

Unangenehm, was tun die alle da, so heimlich. Schauen einen an, als wenn die einen gleich einliefern wollten. Wollen die das. Warum reden die nicht. Sehen die einen nicht. Was ist los. Immer diese Telefonate. Ich möchte nicht, dass über mich befunden wird. Es steht niemandem, von diesen schlauen Affen zu, über mich zu befinden. Ich habe keine Lust, mit denen zu sprechen. Zu erst fangen die an, Scheiße zu erzählen und dann wundern die sich noch, dass man darauf mit wortloser Verärgerung reagiert. Wenn hier jemand etwas klar stellen sollte, dann diese Schlauberger, die nichts besseres zu tun haben, als sich am Telefon heiß zu reden. Affen doofe. Ist es denn so schwer zu verstehen, ich war verliebt, dann habe ich schmerzlich meinen besten Freund verloren. Ich denke, die kennen mich alle so gut. Wie sie immer sagen. Tun doch sonst immer so fromm katholisch und zeigen nichts anderes als religiöse Gefühle. Dann hat man selber auch mal welche und es gibt nichts unangenehmeres für die, als fremde religiöse Gefühle. Was soll das ? Warum sprechen mir diese Menschen meine religiösen Gefühle ab? Wobei sie seit Jahren diese für sich, als das Wichtigste in der Welt betrachten und alles tun, ihre eigenen religiösen Gefühle zu schützen. Irre Affen. Sagen, sie kommen mit der Situation nicht zurecht. Welche Situation? Ich sitze am Tisch und rauche eine Zigarette. Das ist schon zu viel Situation für die. Zu viel Ungewohntes. Das passt nicht in ihr sauberes Fernsehdenken. Toll, Telefon und Fernsehen. Das sind also jetzt die Informationskanäle aus denen sich deren Welt nährt. Ich will nur weg von denen. Das ist keine gute Situation. So wortlos über deren Probleme schweigen. Klerikale Laien. Wollen meine Gefühle zerstören, weil es ihnen nicht passt, dass ich Gefühle für jemaden habe, der mal ausnahmsweise ihnen nicht bekannt ist. Gefühle zu einem Menschen zu haben, der nicht einer von ihnen ist. Gefühle, das ist wenn man sich in den Finger schneidet. Oder so.
Gefühle? Wozu, das ist ja was lebendiges. Diese Menschen sind so tot wie die Figuren, die aus ihren Fernsehern heraus, auf sie nieder rieseln. Die sie anbeten und deren Elektrosmog, sie für das wahre Leben halten. Elektro. Fehlt nur noch, dass sie über Entartete Kunst referieren.

Warten. Dann geht es rein. Sprechzimmer. Von der Ärztin nur ein hohles, kurzes leeres Gespräch. Wo machen wir es denn? Der Briefschreiber immer noch ahnungslos. Nicht eine Regung von ihm. Dann kommen sie jetzt mit. Ich bringe sie hoch auf Station.

Eine Wäschewanne vor dem Briefscheiber. Hier, ziehen sie sich aus, wir geben ihnen ein Nachthemd. Wortlos und ohne Gegenwehr zieht sich der Briefschreiber aus. Wir schließen ihre Sachen für sie ein. Der Briefschreiber bekommt ein Bett am Fenster zugewiesen.

Wissen sie wo sie hier sind. Keine Antwort.
Mittag, der Futterapparat rührt sich.

Tage später. Durch den Flur geht es zu einer einfachen Fenstertür. Zum Rauchen, für ein paar Stunden, in den Lichtinnenhof entlassen. Wortlose Atmosphäre. Grundlos eingesperrt. Niemand da, der die Sache aufklären möchte. Die erste Zeit, der langen Jahre hat begonnen. Nichts wurde dem Briefschreiber gesagt, keine Anklage, keine Beschuldigung offen ausgesprochen. Aus, für Jahre weg. Entführt.

Der da. Ruft einer, vom Balkon über dem Innenhof. Der da, wie heiß der. Du gehörst da nicht hin.

Wie heiß du ? Im Innenhof weiter das gleiche Treiben. Nur das knarren der Kellergitter in den Ohren, bewegen sich die Inhofläufer, weiter hinter einander her. Innerlich unerklärlich getrieben, gehetzt. An der Wand entlang. Eine Pause, eine Zigarette. Dann wieder weiter.

Vom Balkon über dem Inhof, wieder das Rufen. Hey, wie heiß du? Du gehörst da nicht hin.

Der Schreiber, nichts ahnend bleibt stehen. Andreas.
Ich habe mit der Ärztin gesprochen, du gehörst da nicht hin. Sie soll dich zu uns verlegen.

Andreas. Ich habe die Ärztin gefragt. Du heißt nicht Andreas. Die hält mich schon für verrückt, so wie sie dich für verrückt hält. Wie kommst du auf Andreas?

Auf der halboffenen Station. Ich bin wegen Selbstgefährdung hier. War schwimmen im Main. Die Wasserschutzpolizei hat mich rausgefischt. Hatte nichts mehr zum Anziehen. Hier, das was ich anhabe, haben die Beamten von der Wache für mich gekauft. Jetzt steht, mein Name auch auf meiner Hose. Ich bin der Joker. Kennst du. Jetzt steht es sogar auf meiner Hose. Ich war schwimmen. Die haben mich nachts aus dem Wasser gefischt. Versteht du? Joker heiße ich. Wegen dem Label auf meiner Jeans.