Beim Schließen der halbdurchsichtigen Glastür, schlagen die Schlüssel am Bund, eindringlich metallisch, aneinander. Mit einem die Bewegung abrundenden Ruck, schlägt die schwere grau gerauchte Tür in das Schloss. Unbetont haucht es in ein Handy „Dann ziehen wir es jetzt so durch“. Der eben verwendete Schlüssel gleitet in eine ausgebeulte Labormanteltasche. Noch das Handy am Ohr, setzen sich mächtigen Schrittes zwei Zentner Lebendgewicht in Gang. Als einziges schallen, zu dem Rauschen der Belüftung, mit kaltem hartem Echo, Trittgeräusche durch den langen Schlauch. In Mitten der einsamen Nachtschicht, der Stationswache springt der Minutenzeiger, mit einem mechanischem Klacken aus der Wanduhr, auf 23. In der Ferne, am Ende des endlosen Flures, fällt kaltes Neonlicht aus einem der angrenzenden Zimmer. Im nächtlichen Halbdunkel glimmen die Schwesternampeln, teils rot oder grün, über den verschlossenen Türen.
Verträumt und mindestens genau so schläfrig, wie die Atmosphäre in dieser Szene, schalte ich auf einen anderen Kanal. Nur noch Mist läuft da, denke ich. Dann, kurz entschlossen schalte ich den Fernseher aus und beschließe in das Bett zu gehen. Noch ein letzter Blick durch die Wohnung. Hier und da etwas sortiert. Toilette für die Nacht. Im Bad stehen die Kosmetikartikel umher. Alles halb angebrochen. Keine Ahnung warum das immer so ist. Das übliche Getue eben. Ganz normales Nachtgeschäft. Endlich schlafen dürfen, ist wie eine Befreiung. Aus der Welt schlüpfen. Schon die Klamotten vom Körper gezogen, noch die Zähne geputzt, dann in die kühlen Federn. Dreimal im Bett herum gewälzt. Schnell öffnet sich das Tor zu neuen Bildern. Versessen auf diesen Ton im Kopf, diese Frischen Bilder, fange ich an und höre auch gleichzeitig auf zu atmen. Ein erstes Loch in das ich falle noch bemerkt. Dann weg.
Gefühlte drei Minuten später, nur noch ein leises dumpfes Rauschen aus den Hirnzellen. Meine Hand ist taub vor Schlaf. Nur langsam kriecht wieder Leben in mich zurück. Wie nur, habe ich wieder hierher zurück gefunden? Alles ist anders. Wie ausgetauscht und mit einem seltsamen Rest eines Gedanken liege ich etwas schräg verbogen noch immer im Bett. Nichts ist da. Dann ein Piepen. Griff nach dem Wecker. Mechanisch und ohne große Lust greife ich nach dem Gerät und stelle es aus. Schnell wieder zurück, für die drei Minuten, die noch bleiben. Nur wieder zurück. Schließe ich die Augen und verfalle sofort einem träumerischen Sog, der mich wohlig mit sich nimmt. Was ist da, was mich so fasziniert, wohin ich immer zurück möchte?

Es war in Köln, in der alten Wohnung. Hoch unter der Decke mein Podest. Ich nur ich. Mit mir allein in diesem völlig stillen Raum. Kein Licht. Alles ist perfekt. Meins. Ich atme durch und bin in diesen Klang gehüllt. Das ist keine Musik mehr. Das ist endgültige Perfektion, was ich da nächtlich immer höre. Unter mir hängt dieser Leichnam. Ich kann mich nicht erinnern, wie er unter das Podest gehängt wurde. Kopf nach unten, hängt die leblose Hülle, eines mir völlig unbekannten Menschen, unter meinem Podest. Das Blut aus seinem Körper bedeckt eine weite Fläche, auf dem für Holweide so typischen Laminatboden. Der Letzte, der mit in diese Wohnung gegangen ist, hängt nun tot unter meinem Hochbett. Es klopft am Fenster. Ich sehe von der anderen Straßenseite, auf die vor meinem Fenster stehende Menschenmenge. Polizei? Was macht Polizei an meinem Fenster? Wieder klopft es am Fenster. Drehe mich im Bett. Die Polizisten am Fenster drehen sich weg und arbeiten sich durch die herbeigeeilte schaulustige Menge, zur Haustür durch. Ich denke nur, woher haben die den Schlüssel? Schaue noch mal selber nach. Es ist mein Schlüssel, den der Polizist dort in das Schloss steckt und damit die Tür öffnet, bis zu meiner Wohnungstür durch den kalten Flur geht und wieder ohne Probleme einfach aufschließt. Die Menschenmenge folgt stumm den Beamten. Wie selbstverständlich betreten alle ohne jemals zuvor von mir gesehen worden zu sein, meine Wohnung. Gehen erst zum Küchentisch, über dem noch meine zuletzt von mir begonnene Arbeit hängt, eine Lampe aus Bambus, Draht und Papier.

Legen den Schlüsselbund ohne sich lang umzusehen, an die Stelle, an der ich es pflege den Schlüssel sonst ab zulegen und betreten danach mein Schlafzimmer.
Höre ich wie die Tür sich öffnet. Ein warmer sommerlicher Windhauch weht und lässt die Gardine leicht federn.
Ich öffne die Augen. Der Operateur steht an meinem Krankenbett. „Die Hand liegt so scheiße.“ Hinter ihm die Nachtschwester. Die Vietnamesin ist zurückhaltend mit einer Antwort. Der Mann im weißen Kittel verdreht meinen Arm, so dass die Finger meiner Hand nach oben zeigen. „ Schön so lassen. Wir müssen aufpassen, dass der Finger nicht schwarz wird. Morgen wechsle ich den Verband.“ Verärgert über die Schwester schaut der Arzt die Frau an. Der Kittel weht beim Hinausgehen. Beide verschwinden hinter der Krankenzimmertür.
Mit einem Mal nichts zu wissen, was man glauben kann, ist wie ein tödlicher Stein auf der Brust. Wiegt schwer und drückt den Brustkorb zusammen. Die Tanzfläche schrumpft, wie ein viel zu schnell alternder Kinderluftballon und verdunkelt sich gleichzeitig zu einem Dicht aus Menschen. Unbekannt in endloser Bewegung. Ziehe ich ein Krimi Taschenbuch aus meiner Hosentasche und fange an darin zu lesen. Mein Lesezeichen fällt mir in der tanzenden Menge auf den Boden. Stroboskoplicht hämmert mir auf die verblassenden Sinne. Musik aus allen Ecken des Raumes. Mir ist nicht wohl. Halte mich an dem Buch fest. Alles weist auf ein einzigartiges Experiment. Ich laufe wieder durch das Labor. Meine Schritte schallen heute. Früher hat man meine Schritte nicht gehört. Älter bin ich geworden. Trage nun Brille. Lasse keine spielerischen Gedanken mehr zu. Ärmer meine Welt. Die Farbe ist gewichen. Durch das Fenster im Schreibzimmer immer diese Kommentare. Nichts ist geblieben. Das Buch, in welchem ich eben noch gelesen haben, liegt auf dem Tisch. Keine Erinnerung an die Handlung. Steht auch nichts auf dem Deckel. Muss es wohl geschenkt bekommen haben, ich selber würde mir so etwas nie kaufen. Keine Lust, einfach keine Lust. Breche ich fast in Tränen aus, nur wegen einem Gedanken an meine Vergangenheit. Das Heute ein immer währender Sumpf aus Belanglosigkeiten. Wetterbericht verpflichtet. Habe ich keine Idee, wie gräuslich. Inmitten der Nacht zwingt mich etwas an den Schreibtisch. Nur was, frage ich mich? Der Bademantel ist mir lieb geworden. Das praktischste Kleidungsstück in meinem Besitz. Ständiger Begleiter. Es wird Morgen. Die Uhr zeigt 5:56. Teezeit.
Die U-Bahn fährt gerade ein. Ich steige in den Zug. Setze mich. Bin ganz alleine. Der Zugführer ruft durch die Sprechanlage. „ Kennen wir uns nicht? Ist doch alles wie immer“ Ich habe Kopfhörer auf und könnte doch an sich nur Musik hören. Trotzdem fahrt der Wagen an. Schnell, wird das Ganze für mich nicht mehr zu verstehen. Wir tauchen ab in die Tiefe des Untergrundes. Der Zugführer wieder mit einer Durchsage für mich. „Wissen sie wohin es geht und wie viel Uhr wir haben?“ Ich bemerke nur, wie der Zug wieder hält. Es steigen endlos viele Menschen ein. Der Wagen ist mit einem Mal übervoll. Drängen sich immer weiter in das Abteil. Ich schaue von meinem Sitzplatz auf das, die Menschen spiegelnde Glas des Seitenfensters. Kann ich die Zukunft sehen? Ein schrecklich beklemmender Gedanke drängt sich mir undeutlich auf. Ich möchte aussteigen. Die Menschen schieben immer weiter auf mich zu. Ich steige auf den Sitz und greife nach den Haltestangen. Ziehe mich über die dampfende, nach Schweiß riechende Masse.

Ein Telefon geht. „Ja, gleich, ich brauche hier noch ein paar Minuten. Kann nichts sagen. Er wacht gerade auf.“ Angst steigt in mir hoch. Ich schrecke auf und breche durch die Zeit hindurch. Schnell drei Liter Sauerstoff. Kalt ist die Luft. Sie fährt in meine Lungen und stemmt meinen Brustkorb auf. Wie lange habe ich nicht geatmet? Habe ich etwas gesehen, was ich nicht sehen hätte dürfen? Wer war bei mir, war ich mit jemandem unterwegs? Schnell wieder in die Bettdecke gehüllt. Das Buch, wo ist das Buch? Meine Hand liegt auf etwas kantigem. Nur langsam begreife ich. Die Nacht muss kalt gewesen sein. Das Experiment dauert an. Wieder der Wecker, der mir die Nerven nimmt. Unbeweglich höre ich dem Weckerpiepen zu.

Wo ist der Zug hin? Mein Atem wird tiefer. Endlich vorbei. Die Nacht hat mich ausgespuckt, wie ein Baby seinen feuchten Speichel benetzten Schnuller. Liege ich nun da und sortiere. Gedanken bahnen sich an. Alles noch dunkel um mich.

Das Kalenderblatt zeigt „5“. Reiße ich das Papier von diesem dicken, dichten Block. Drehe es auf die Rückseite, dass ich den darauf gedruckten Text lesen kann. Da steht: Alles ist wie immer. Suchen sie sich durch das Dunkel. Gehen sie zur Tür und lassen neue Bilder in sich rein. Ich greife nach der Fernbedienung des Fernseher. Schnell schaltend, wähle ich durch die Kanäle. Das Schalten macht mir Spaß, ich sehe alles was ich schon mal in meinem Leben erlebt habe. Vor, zurück. Mal etwas länger die eine oder andere Episode, bis ich mich erinnern kann, was und wann, das oder das, war. Manches ist mir dennoch erschreckend und unerklärlich fremd. Ich versuche mit den Menschen dort zu sprechen. Gelingt es mir einfach nicht.
Wie eine große Blüte, in die ich gehüllt werde, erscheint das Projektionsbild vor mir. Mit einem mal bin ich darin aufgelöst, ohne zu verstehen was passiert. Ohne jegliches Gefühl für Zeit schwebe ich durch diese Bilderflut, die von allen Seiten auf mich zuströmt. Nicht durch das kleinste Problem gehindert, treibe ich mal, dann wieder nur durch eine kleine Bewegung angetrieben, tauche ich förmlich, durch dieses endlose Dicht.
Cafehaus. Schnell den Espresso bestellt. Dann für ein paar Minuten das Off versuchen zu verstehen. Kaum die Tasse leer getrunken auch schon wieder Rastlosigkeit. Von Rechts die Show. Links ein Kinderwagen. Aus ihrem Auto hupende Mitbürger. Gleich zum Bahnhof. Die Fahrt nach Köln steht an. Letzter Gedanke ist noch nicht auf Papier. Reichsparteifarben? Wichtige Assoziation? Erst mal Konversationslexikon bemühen, dann weiter denken. Schöne neue Gewohnheit. Geld für den Kaffee auf den Tisch. Langsam über den Platz. Gut, dass der Boden trägt. Links der Engel der Kulturen. Durch die Künstlerstraße, wohnt noch nicht nur einer, aus meiner Imagination, in meiner Welt. Deprimierend die leeren Häuser. Autos von vorn auf der schmalen Straße. Bewältigung die ich schaue. Picke mit den Augen nach Triggern. Meinen ganz persönlichen Film, in meinem Kopf schneidend, durch die Stadt. Klingelbretter. Dort steht der Name D. Marok, die Wände der Hauseingänge sind mit Tags übersät. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist die Stadt willkommen heißend freundlich. Jahre ist er zurück, dass ich durch diese Straßen gegangen bin. Endlich einen Zielhafen vor Augen. Der Club ist nicht mehr weit. Persönliches in der kleinen Umhängetasche. Autos müssen betankt werden. Peterchen fährt an mir vorüber und nimmt keine Notiz. Bisschen aufgeschlossen zum Mittelpunkt. Ein Güterzug hämmert auf dem höher gelegenen Damm vorbei. Bahnfahrt! Keins dieser gelben Sprechdinger zu sehen. Lang vergangen, die Geschichte ist abgeschlossen. Endlich. Schon neue Gräben in Sicht. Mein Daumen geht. Wer soll mich verstehen? Ist es an der Zeit? Der Türsteher zerreißt das Ticket für den Einlass, „bitte rechst den Gang.“ Es ist gut. Die Welt kann auch versöhnen. Der Espresso gilt noch. Programm für eine gute Zeit. Alles läuft. Zufrieden stehe ich an der Theke und bestelle einfach noch einen. Bin etwas gespannt. Jetzt zur Ausnahme mit Zucker. Alkoholiker beim Nachtrinken. Profi- und Amateurtrinker unter sich. Ich brauche nichts zu erklären. Geld auf die Theke. Zweifünfzig. Einwort. Leichte Ungewissheit, kann sich nur um wenige Minuten handeln. Drin. Die Gefahr lauert ausnahmsweise mal nicht. Am Kiosk vor dem Club, habe ich noch eine Falsche Wasser getrunken, Herr Wachtmeister. Die Fans machen Fotos mit ihren Handys. So locker alles. Entspannt über und mit der Vorfreude auf das Konzert. Alleine, bin ich in mir aufgehoben. Das Dürüm Döner musste sein. Der alte Arcade Telespielautomat war schon fast vergessen. Spielt es heute? Spielt es? Show ist wichtig. „Schwer zu sagen ob Devotionalie oder Kultobjekt.“ Die Konzentration ist eine Sache. Gerade beim Autofahren lässt es sich manchmal gut unterhalten. Mich zieht eine Hand hinter mir, durch die Menschentraube, so dicht,
dass nur rhythmische Bewegungen Erfolg versprechen. Der Blick auf den Toilettenmann ist wie ein Stilbruch für die Fachinnung. Brainstorming. Muss aber sein. Das wenige Kleingeld trägt nicht besonders auf. Bahnsteig. Fünf Minuten Verspätung. Alles gelaufen. Brauche ich ein Taxi? Auch nicht so wichtig. Planen ist nicht immer möglich. Neben mir sitzen noch zwei junge Frauen. Betriebig vertieft in ihr Handy, berührungslose Stille. Sonst immer ein Thema. Jetzt schlägt mir die Beleuchtung blendend entgegen. Krame ich auch mein Handy aus meiner Tasche raus und dazu einen Kaugummi. Nach der Brutkastenhitze und der Konzertbeschallung, wie bürokratische Pflicht. Manchmal gibt es Momente in denen ist alles wichtig. Dabei gibt es nichts zu sagen. Verloren jeder Gedanke. Minimum an Wirklichkeit. Verdammt zu inhalieren. Gegenprobe.

Medoc. Was soll das nur geben, an sich habe ich keine Lust auf autogenerierte Selbstgespräche. Zu beklemmend das Ergebnis. Letzte Umarmung. Dann Zwist. Körpergewicht prüfen. Was bleibt mir übrig?Die Nacht ruht. Keine Erklärung.

Aus der Nacht schlagen die Fahrbahnbegrenzungen schnell und schneller an uns vorbei. Der Asphalt ist für diese Nacht unsere Heimat. Nur ein bisschen Kleingeld in den Taschen. Den Tank mit ein paar Litern Benzin gefüllt. Italien, vielleicht im Sommer. Nur fahren. Gas geben bis der Schlaf uns die Mütze über die Augen zieht. Wieder Fahrbahnbegrenzung. Es zieht sich. Zieht und zieht. Die Sitze werden ausgearbeitet. Was nur sagen. Leere im Fond. Der Fahrer? Ein Mann mit lichtem Bartwuchs. Wenn er so weiter fährt, fängt der Motor noch Feuer. Das alte Ding tut seinen Dienst. Für uns ist diese Nacht alles, was wir haben. Alles was geht. Drauf. Kommt. Wie spielt gerade aus den Lautsprechern. Theater machen, wie es so spielt. “Reiß es raus” Lange Jahre werde ich über diesen winzigen Satz nachdenken. Immer noch in die Autositze gebannt. Es will nicht laufen. Heute? Besser nicht.

Aus der Stille der Nacht heraus geboren. Die Morgenpost überall auf den Straßen. Nur ein Wort springt aus all den Blättern heraus. Nachtflug. Schreibmaschinen hämmern überall. Eine Tzunami hafte Wand aus Worten. Nimmer enden wollende Nachrichten. Lesen und schreiben im closed ciruit. Front.
Vogel leere Städte wachsen Blitzen folgend, schneller noch als Pilze. An der Decke reflektiert sich das Licht einer Laterne. Ein Schwesternampel auf dem Flur schlägt um. Der einzige in dieser Nacht gebrauchte Stuhl schabt über den stumpf gewachsten Boden. Schritte prellen, teils wie Spielbälle, an die weißen Wände. Prallen ab wie Hagelkörner bei schneller Autobahnfahrt. Keine Windschutzscheibe jetzt nötig. Viel zu lästig die Assoziation. Alle mal genug davon. Kommt wie nicht bestellt. Unpassend. Film macht Angst.
Kleine Mädchen spielen gern zusammen. Spielplatz an der Wohnsiedlung. Die Kinder wibbeln umher. Schwache Unterhaltung. Handy dabei. Muss eben gehen. Nehme ich wieder meinen Weg auf. Stehe von der eben noch ruhigen Parkbank auf und schleiche mich, ein wenig gebeugt hinweg. Es ist viel zu anstrengend mir Gedanken darüber zu machen, was andere Menschen über mich denken. Grund genug gerne alleine zu sein. Ich denke nicht mehr darüber nach was mich dazu veranlasst, mich so zu verhalten. Erfolg der großen Güte. Plakate säumen meinen Weg. Unbrauchbares für den Alltag in scheinbarem Luxus. Zehn Uhr. Besser die Kopfhörer auf. Tagtägliches Ritual. Genesung von der Welt der Zwänge durch eine, über die Zeit frei gewählten neuen FreiZwang. Endlich mit Zehnfingern, blind schreiben. Wie eine Magische Befreiung. Geht aber nicht. Zwischending aus Tippen und Vertippen. Bisschen von allem. Patchwork. Wider der Lust an Assoziationen. Haben mich immer begleitet. Möchte auch nicht ohne. What is the artist going to tell us? Missmatch. Waiting for.. number. Waiting for a new number.

Mich zerreißt ein Bild aus der Zeitung. Wieder neu sein wollen. Das Leben nehmen dürfen. Wie ein Quell im Wald. Molche tanzen starr auf den, durch die Baumkronen brechenden, Sonnenstrahlen. Mind. Wie das Spielen mit Eiswürfeln. Koitus. Ziel des Tuns. Wasserspülung sprengt das Still. Ungeahnte Vielfalt der Toilettenartikel gibt neue Rätsel auf. Totenlied. Becher oder Hörnchen. Vor mir im Eissalon wieder das sommerliche Treiben. Bällchenweise gehrt der kindliche Ersatztraum über die Theke. Kultur trifft Sublimation. Geschmacksentfaltung in Pop. Der Verkehr. Musik? Ja, dort spielt irgendwo ein Radio, immer. Wie eine Perle treibt sie hervor aus dem Wirr der ungeschnittenen Einstellung. Luke ich über das Brillengestell. Privat möchte ich sein. Gibt die Gewalt des Boulevard mir vor. Einseitig. Verdammt. Nichts will mit mir sprechen. Interruptus.

Wenige Worte begleiten ich gewaltig durch den Tag. Armbanduhr. Das Warten auf den Bus. Immer, immer , immer und immer wieder die gleichen Worte. Es ist ein Verhängnis der Sprache denke ich und fühle mich darin gefangen. Eben noch in den Supermarkt geschleppt um die paar Lebensmittel zu besorgen. Regelmäßig gehe ich diese Strecke zum Markt. Nie ohne Beklemmung. Mir ist es fade, durch diese leeren Straßen zu gehen. Drängt sich mir immer mein gefühltes Alter auf dieser Strecke auf. Mindestens gefühlte sechzig. Lahm und alt streife ich von Haus zu Haus. Erinnere ich ich an den Anfang einer Geschichte. Die Geschichte die nicht mir gehört aber zu meiner Geschichte wurde. Schwer eine Anfang zu finden, der in jeder Sekunde sich finden lassen könnte. Einfach mal einen Punkt machen und mit dem Erzählen beginnen. Freiheit bauen. Mich zieht der Gedanke an ein Glas Wein. Der letzte Platz der sich außerhalb des Schlafes mit Traum vergleichen lässt. Etwas die Wahrnehmung verschieben.

Die Geschichte beginnt immer dort. Dann wenn es einen Schluck Wein zu geben scheint. Ehrlich gesagt, in jedem Moment. Dann könnte das Leben wieder beginne, tut es aber nicht.

In der Laborkittel-Tasche klimpert ein Schlüsselbund. Klopfen an der dunkel gerauchten Tür. Stille auf dem in der Tiefe des Hauses gelegenen Flur.

Ich reiße das Dachfenster auf, unwiederbringlich ist die Nacht vergangen. Wie eigentlich. Aus dem Radio der Müll der Gegenwart. Zu blöde um sich damit ernsthaft auseinander zu setzen.

An der Stelle im Wald an der Onan, sein Werk erkannte, schlagen heute Blitze ein. Menstruation. Mit einem Teebeutel spielend in der Küche stehend und zu mir herüber blickend, wünsche ich mich in das Bett zurück in dem ich gestern noch die Nacht bewachte. Duschen möchte ich. Ist dir das klar. An der Wand noch die Kerzenhalter mit den Resten der Lichter . Weinflasche. Keine Frage. Einfach schlecht. Sparen ist wie falsch an der Stelle. Blitze wieder, dieses mal vom Funkmast auf dem Nachbarhaus. „Wie ein Licht bricht diese Energie in den Kopf ein und verursacht Unruhe.“ Telefon aus der Manteltasche. Sonntag und ich bin geliefert. Aus. Keine Frau am Start. Wahrheit über den Staat. Gesellschaft ist nur hinderlich. Wie Sputum auf der Straße. Ein Eimer wäre besser gewesen, Ihre Zigarette danach dauert und ist wie das billige Klische aus schlechten Filmen.

Kalter Rauch liegt in der Luft. Leicht schwingt der schwere Dunst in meiner Nase. Alles verkürzt bis auf das Zähneputzen. Der Fernsehapparat läuft, wieder, unermüdlich prasseln und plätschern Bilder. Ohne Sinn. Rauschgift hält kein Versprechen. Nur eins, vergiss mich. So schnell du kannst. Der Mensch der mir diesen Satz gesagt hat, lebt nicht mehr . Einstimmig für tot erklärt. Noch bevor, bevor es auf dem Totenschein steht. Wenn es jemals zu dem Fund der Leiche kommen sollte. Dann ist es in der Zukunft. Zu einer Zeit der Hitze. Femininer Hitze. Schlechte Beispiele gibt es genug, noch eines mit anreihen, wäre unnötig.