Mit offenen Augen und festem, fast starren Blick, stehe ich innerlich völlig gesammelt, in einer Ecke, des Schulhofs und besehe mir die kärglichen Grünpflanzen, am Rand der Asphaltdecke. Die dort gepflanzten Büsche wirken seltsam dünnastig, fast schon wie leere, dem Tode nahe Gerippe, auf mich. Noch denke ich meinen weiteren Schulweg, auf einem ganz gewöhnlichen Gymnasium zu begehen. Langeweile drängt sich mir auf und die Leere vor mir, lässt Zweifel über meine getroffene Entscheidung aufkommen. Ich denke besser an nichts. Ablenkung stellt sich ein, eine Fliege beginnt um mich herum zu fliegen. Was soll es. Dann ein mäßig lauter Zuruf von der Seite, von leicht rechts hinten, höre ich eine fremde Stimme, mich rufen. Wie ein Betrachter eines Videos, in welchem, die Stopptaste plötzlich gedrückt wird, löse ich mich aus meiner stillen Betrachtung, der Sträucher. Wer bist du, was hast du da. Ich drehe mich zu dem Rufenden und sehe ihn erst mal an.  Er zeigt auf meine rechte Wange. Plötzlich ist meine innere Ruhe weg und ich schnelle, in die aktuelle Situation. Damit habe ich jetzt nicht gerechnet, ich versuche das Gespräch zu übernehmen und die Antwort auf die Frage, was ich unter meiner rechten Wange, für einen Narbe trage schuldig zu bleiben .Wir wechseln die üblichen Floskeln und versuchen, freundlich zu wirken. Es klappt, wir kommen ins Gespräch, um meiner freundlichen Laune noch weiter Ausdruck zu verleihen, frage ich nach Tabak. Mein Gegenüber lakonisch „Klar kannst du haben.“ Dann drehe ich mir eine Kippe und rauche diese mit Alexander, so ist sein Name. Er hat ihn mir während des Floskeln Manövers genannt. Leiche Übung für mich, dennoch hat Alexander meine Verlegenheit bemerkt.
Als wir die Kippe auf geraucht hatten und während dessen unsere ersten Eindrücke, über die neue Schule ausgetauscht hatten, kam Alexander noch mal auf seine Frage zurück und wollte eine Antwort. Ich wehrte mich weiterhin auf die Herkunft meiner Narbe einen Antwort zu geben, mir ist es nicht recht wenn man über dieses Stigma Bescheit weiß. So versuchte ich mich mit der Ausrede, dies nicht jedem und schon gar nicht, sofort mit zu teilen. Es liegen einige schlechte Erinnerungen zu dieser Narbe, auf meiner Seele und mit dieser, habe nur ich mich zu beschäftigen. So meine Annahme und auch mein Bestreben seit Jahren. Wie auch sollte, ich mich mit etwas beschäftigen, was über 10 Jahre in der Vergangenheit liegt. Nein, ich möchte es nicht an die Oberfläche holen. Mir ist es nicht angenehm, darüber zu sprechen.
Oft ändern sich aber Ansichten schnell und, eben noch unscheinbare, normale Plätze werden zum Mittelpunkt der Welt.

Wo genau, in der noch nicht wiedervereinten Bundesrepublik ich mich befinde, habe ich schon vor Jahren erkannt. Es ist eben nicht ein gewöhnlicher Ort, oder gar eine gewöhnliche Stadt, in welcher wir uns befinden.
Nicht, das ich mir besonders viel darauf einbilde, hier in der Schaltzentrale, der gelebten Bürokratie zu leben. Schließlich habe ich selber nicht dazu bei getragen, dass ich hier bin. So meine vordergründige Annahme, welche bei genauer Betrachtung sich auch nur zum Teil als richtig erweißt. Die Wirklichkeit ist eben oft ein Konstrukt aus Wahrheiten, gemischt mit Halbwahrheiten und persönlich getragenen Erkenntnissen, woraus wir Menschen uns eine Realität bilden. Daher ist es auch nicht ganz leicht, diese mit einfachen Worten zu beschreiben, wenn gleich diese Annahmen, nur auf persönlichen Wahrnehmungen beruhen und Bestätigung auf die Richtigkeit einer errungenen Überzeugung, sich nur zu Weilen einstellen.
Genauer betrachte ich diesen Aufenthalt, in der von mir hier dargestellten Beschreibung, als die Darstellung aus einer künstlichen Situation heraus, in eine neue wirkliche Situation, welche dennoch künstlich erscheint.

Als eine Episode meiner Wahrnehmung, welche ich nicht deutlich genug einschränken kann. Aus diesem Grund möchte ich meinen genauen geografischen Standort, so gut als möglich beschreiben und die Stadt in welcher sich alle zentral wichtigen Personen befinden nennen. Dies trägt zu der Verdeutlichung der unterschiedlichen Handlungsweisen bei, die später deutlich werden sollen. Einfach gesagt wir sind in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Noch genauer, wir sind in Friesdorf, nur einen Steinwurf von unser aller Oberen entfernt. Wenn sie denn da wären und ihren zugewiesenen Platz einnehmen würden. Diese hoffentlich nur körperliche Abwesenheit, ist aber nicht vordergründig mein Anliegen, was nicht heißt, daß dies durch nicht Nennung unwesentlich ist. Man sollte kaum glauben, wie ruhig so Regierende sein können. Versucht man auf sie zu hören, muss man sich dazu mächtig Mühe geben. Ist dann auch schnell das Interesse erschöpft, dies mit eindringlichem Nachdruck in persönliche Belange ein zubringen. Noch dazu umso nebensächlicher, da ich mich noch im Alter eines Schülers befinde, der das Wahlrecht noch nicht erlangt hat. Dies ganz im Gegensatz zu den Regierten, die sich schon mal lautstark bemerkbar machen , leider meist zu Dingen die völlig aus der Luft gegriffen scheinen und schwerlich in passenden Bezug eine minderjährigen Schülers gestellt werden können. Stelle ich mir doch häufig die Frage, was denn übrig bleibt, von all der bewegten Luft, welches ein Parlament pflegt zu produzieren. Einfach gesagt, die unseren Politiker versuchen mit allen Kräften, die vom Volk durch demokratische Wahlen zugesprochene Macht nicht zu verlieren.

Gibt es doch hier im Regierungsbezirk jede Menge Menschen, die ihre persönliche Wichtigkeit gerne demonstrieren, ob diese denn nun auch wirklich gegeben ist oder nicht. Nicht jeder der sich für wichtig hält, ist dieses auch. Erkennen kann man dies sowie nicht.

Wichtig und oft schon ausreichend, ist es jemanden mit den festen Stiefeln zu kennen.

Einfach, eine Ansammlung von Volksvertretern und deren Beiwerk. Wie es so mit den Spielen der Mächtigen ist, kann man sich eben auch schnell den Mund verbrennen, oder sonst eine unangenehme Blessur einhandeln. Es gilt gut ab zu schätzen, was man wem sagt, ohne nicht zu wenig zu sagen, oder langweilig zu wirken. Etwas wie Political Correctness leben. Und versuchen, so weit wie möglich außerhalb, des Blickwinkels bestimmter Personen zu bleiben. Diese gibt es, nur habe ich kein gesteigertes Interesse diese kennen zu lernen, oder auch nur zu sehen. Persönliche Neigung, kann sein, dass diese sich in den folgenden Jahren noch ändern mag, wer weiß. Mögen diese Personen manchmal auch unscheinbar oder zu mal auch durchsichtig erscheinen. Nimmt man doch ihre Existenz außerhalb des eigenen Alters an und verwendet als Schlüssel für die Erkennung den Alters und Standes typischen Wortgebrauch dieser Personen. Hat man mit diesem Mittel der Erkennung einen ersten Anhaltspunkt, aus welcher sozialen Schicht und welches politische Interesse diese verfolgt. Vielleicht sogar in welchem Personenkreis ich diesen oder jenen auf zu finden vermag.

So weit die Theorie meiner Wahrnehmung der Gesellschaft, in der für mich existenten Realität.

Eine Antwort auf einzelne Fragen wird wichtig, noch dazu diese zu einem Konsens verarbeitet werden sollen, nur gibt es doch einige Dinge, über die nicht jeder sprechen mag oder auch nicht kann. Es hat ja jeder etwas zu verbergen, und wenn es nur ,der nicht bei der GEZ angemeldete Fernseher, der Großmutter ist, die unter dem Dach in den abseits gelegenen Zimmern ihr Dasein fristet. Dies mag nicht sehr rührig erscheinen, wenn man aber Beamter ist und sich seine Unangreifbarkeit bewahren will, versucht man mit allen Mitteln dies zu übergehen und keine Rede darauf kommen zu lassen. Scheint hier ein Punkt gefunden, auf welche die gesellschaftliche Freiheit ihre Grenzen setzt.
Werden die Aktionsradien um das persönliche Agieren klar gezogen. Die Akteure bezeichnet und ihre Mitspieler benannt. Die Grenzen für gesellschaftliche Kommunikation gezogen und die Inhalte des Meinungsaustausches und Interessenschwerpunkte gesetzt.

Genau genommen befinde ich mich in einem Idealzustand, da ich keiner Interessengruppe angehöre und auch sonst nur wenig Kontakt zu gleichaltrigen Menschen pflege. Mich spricht wenig aus dem Einheitsbrei meiner Altersgenossen an.  Ich will nicht behaupten, dass es niemanden gibt der mich nicht interessiert, nur kenne ich ihn eben nicht. Noch dazu lebe ich in einem sehr seltenem Gebilde von Sozial Burg. So habe ich jede geistige Freiheit, die man sich denken kann, lebe dazu in einem Land welches alle Mittel und Optionen freier Meinungsäußerung bereithält. Bin selber einer Sprache mächtig, mit deren Hilfe ich mich mit fast jedem Menschen in unserem Staatsapparat verständigen kann. Habe die Freiheit an jeden Ort dieser Welt zu gehen oder zu fahren, ganz wie es mein persönlicher Etat es zu läßt. Und bin dennoch, so mit mir selber beschäftigt, dass mich dieser Gedanke der Freiheit fast umbringt. Mag sein das mein Alter einen wichtigen Aspekt, in dieser Betrachtung inne hält. Der mir noch fehlende Überblick, die Erfahrung mit Menschen und natürlich deren Spiele, wie auch deren Erfahrungen und Einstellungen zum Leben und Eigenheiten in deren Handeln. Denn jeder Mensch handelt, agiert oder reagiert. Nur kurz gesagt, was soll jegliche Freiheit, nach außen, wenn sie niemanden erreicht. Man mit dieser Freiheit lebt, sich aber schon fast erdrückt fühlt von ihr, wenn man in Gedanken den theoretischen Rahmen der Möglichkeiten erforscht. Wird man durch etwas andere Ansichten zu schnell als verschroben dargestellt. Was hat man für Möglichkeiten, wenn die normalen Anlaufstellen, für einen nicht in Frage kommen. Solche wie Bierbar oder Autobus. Die Vorstellung im Bus jemanden anzusprechen
scheint nicht wirklich abwegig, aber bringt es etwas. Bewegt es den Gegenstand. Wohl eher nicht, es löst vermutlich nur Irritation aus. Wer möchte sich schon auf der Grundlage von Irritation mit seiner unmittelbaren Gesellschaft auseinander setzen, auch wenn es nur zufällig getroffene Mitmenschen sind. Ich nicht.

Welche Grundlage hat so ein Gespräch.

Die Möglichkeit nach mehr als nach dem Weg zu fragen ist sehr gering.

Und die nötigen Floskeln, welche eine Kommunikation einleiten sollen, fehlen einem jungen Menschen, oder werden ihm nicht zugetraut. Das kann ein Problem meiner Person sein, nur fühle ich mich dadurch in mir gefangen. Die Welt steht Kopf, meine Welt steht Kopf. Ein Gemisch aus Desinteresse und aufgesetztem Respektverlangen lassen den Austausch der Generationen, meinen Austausch mit der mir offenen Gesellschaft, verstummen.

Genau wie die Sprache folgt auch das Konsumverhalten genauen Regeln, die wir im Alltag gar nicht mehr wahrnehmen und automatisch befolgen. Stelle man sich einfach nur mal vor, als Mittel einer Charakterisierung habe man eine beliebige Zahl an gleich großen Kartons und eine gleich große Anzahl an Käufern, die man dann getrennt von einander durch den Supermarkt schickt um diese Kartons von ihnen, mit Gütern ihrer Wahl zu füllen. Sieht fast wie ein Experiment aus, ist aber wohl näher an der Realität als viele meinen. Ein merkwürdiges Betätigungsfeld für Logik, noch dazu für einen Schüler der Oberstufe. Ich sage mir immer, manche Menschen legen Karten, ich schaue lieber was im Kühlschrank meiner Mitmenschen seinen Platz findet. Wenn man es sich genau überlegt kann man hier schon ein politisches Statement erkennen. Das ganz ohne Worte, noch nicht einmal eine Frage braucht man zu stellen. Eventuell gerade mal ob man etwas Eis zu dem Wasser haben kann. Schwierigkeiten die auf den ersten Blick nicht sehr ungewöhnlich klingen. Denke ich aber etwas weiter, erkenne ich, dass der Blick in den Kühlschrank eine genaue Vorarbeit verlangt.

Stelle ich mir nur das Gesicht einer eben neu kennen gelernten Freundin vor, wenn ich
jegliches intime oder sexuelle Interesse an ihr verliert, nach dem ich erst den Blick in den an gestammten Kühlschrank genommen habe. Was für einen Eindruck vermittelt man mit so einem Verhalten. Schon eigenartig, die Vorstellung bleibt recht amüsant.

Kasematte

Unsere freie Marktwirtschaft ist schon ein wunder Ding der Moderne, vielfältig und Abwechslungsreich. Die ganze Betrachtung legt aber einen wichtigen Punkt zu Grunde, den des eigenen Standpunktes. Ich muss wissen, wo ich mich selber auf diesem Feld befinde und hier kommt die eigentliche Schwierigkeit zum Vorschein. Die relative Ungenauigkeit von Mode und Geschmack in den Käuferentscheidungen zu berücksichtigen.

Damit keine Verwechselungen entstehen und ich auch eine Rechenschaft über mich selber geben kann, versuche ich mich so gut es geht, selber zu erklären. Die aktuelle Situation ist nicht sonderlich dramatisch, musste aber, nach meiner persönlichen Sicht der Dinge, irgendwann einmal in mein Leben treten. Ich spürte schon, dass dieser Tag kommen wird, nur war mir nicht klar wie und wann genau, welche Person sich einmal so weit in meinen Leben verirrt, dass sich eben alles so abspielen wird wie es sich wohl abspielen muss. Diese Annahme hatte ich gefunden und wollte mich auch nicht von dieser entfernen. Heute sagen manche Menschen einfach Schicksal zu so einem Verlauf der Dinge. Eben auch in Kreisen junger Menschen scheint diese Annahme weit verbreitet zu sein, zumal diese auch noch meist Schüler sind und auf ihren Werdegang eben nur über schulische Mittel Einfluss agieren. Mich stört so eine Sicht, denn ich bin der Überzeugung, dass viele Dinge gewiss verhindert werden könnten, welche sich aus mancher Schüler Annahme als unweigerlich eintretend darstellen. Ist aus Schülersicht, alles Schule und die Einrichtung Schule, unvermeidliches Zentrum des Lebens. Oft bin ich einfach nicht Akteur und muss mich wie ein Statist meine Rolle zuweisen lassen. Sind Leistung entgegen gesetzt der Anforderung, suboptimale Voraussetzungen für ein selbst bestimmtes Leben.

Später habe ich erkannt dass diese Gestik durch Spiegelzellen hervorgerufen wurde, ein Prinzip der Natur mit welchem Mütter ihren Kindern das Überleben erleichtern möchten. Die Unterstützung aus dem Hintergrund weiter zu führen, die Arme der Eltern in die Geschicke der Kinder zu verlängern.
Würde ich heute mich verleiten lassen zu sagen, dass dieses Prinzip die Grundlage für eine gesellschaftliche Geißel, dem mobbing ist.
Es wird versucht durch eine verdeckte Taktik, Situationen hervor zu locken in welchen ein
herausfordernder Mensch nur einen Vorteil haben kann, in Gegensatz zu dem herausgeforderten. Den Grund für Gesellschaft erklärend, diese gleichzeitig herausfordern. Gesellschaft in Frage stellen und persönliche Schuldzuweisung ablehnen.
Das ganze immer auf einem legalen Weg, mit dem Hintergrund Zwangssituationen zu provozieren. Eine Politik der Verschleierung einsetzen.

Seit ein paar Jahren habe ich die oberen Zimmer in einer netten Gründerzeit Villa bezogen.  Es ist sehr eigenartig wenn ich es mir genauer betrachte, Denn die Situation ist so eigen wie ungewöhnlich. Meine Eltern leben jetzt seit 3 Jahren in Afrika, genauer in Mali . Wie sie dort hingekommen sind wissen auch nur sie zu erzählen, bei Familientreffen gaben sie öfter ihre vita zu besten, dann schaue ich immer in das nächst beste Aquarium um nicht ganz die Nerven zu verlieren. Meine Eltern sind sicher nicht von Haus aus schlechte Menschen, nur kann ich einfach diese aufgesetzte , wir haben es gut Einstellung nicht mehr ertragen. Diese widersprüchliche Haltung eines Staatsbediensteten, der es besser wissen müsste, nichts ist gut. Nur unser Leben scheint gut, da sich unsere Lebensumstände so beachtlich von denen unterscheiden, über welche wir uns Tag für Tag so erschreckt geben. Wir sind eine Gesellschaft von oberflächlich Situierten. Gefangen in unserem Stand und Sklave unserer Selbst. Gezwungen unser Leben wie wir es gelernt haben zu führen, um den Schein der Klasse zu wahren, deren Definition wir noch nicht geschafft haben aus zu drücken. Ein Leben hinter Mauern. Die Aufklärung scheint Halt vor manchem Haus gemacht zu haben. Aus welchem Grund auch immer, werden Grenzen erfunden und an ihnen unbeachtet jedem natürlichem Sinn fest gehalten

Gaby .

Gaby kommt ab und an zu Besuch. Sie ist so etwas wie mein Fleisch gewordener Traum. Ich bin mir nicht sicher ob sie merkt wie sehr ich sie begehre. Sie hat eine zentrale Rolle für mich eingenommen. Wir unterhalten uns über alltägliche Dinge, aber auch über sonstige schwierige Fragen. Dann sitzen wir meist auf dem alten Sofa in meinem Zimmer und spielen Mühle, keine Schach. Das Spielbrett haben wir zwischen uns gestellt. Während des Spieles unterhalten wir uns dann. Gaby, ist gut 5 Jahre älter als ich, genau weiß ich es aber nicht. Kann sein dass sie mir einmal ihr Alter genannt hat, nur für solche Angaben habe ich ein sehr schlecht ausgeprägtes Gedächtnis. Ihr scheint das auch nicht weiter wichtig. Wie genau es zu diesen Spiele Abenden gekommen ist, kann ich auch nicht mehr erinnern. Mal ist es einmal die Woche dann wieder mal eine oder mehr Wochen gar nicht. Mit unter spielen wir auch schon mal zweimal die Woche. Ganz wie es passt und wie es Gabys Zeit zulässt. Sie hat vor kurzem ihre Ausbildung zur Pharmazeutischen Assistentin bestanden und arbeitet jetzt in einem Labor in der Stadt. Wir kennen uns schon wirklich lange und hatten viele Jahre davon gar keinen Kontakt. Es muss zu der Zeit gewesen sein als meine Eltern noch in Deutschland gelebt und gearbeitet haben. Das ist eben auch schon etliche Jahre her. Wir hatten zu der Zeit in der Nähe von Frau Knopp gewohnt, unser Haus stand in der gleichen Strasse. Dann mussten meine Eltern für den Bund ins Ausland und nach ihrer Annahme währe das für mich nicht zuträglich. So kam ich in ein Internat. Was auch nicht wirklich von Vorteil für mich war, da ich in jeder Stufe der Kleinste war, hatten meine Mitschüler immer ein besonderes Interesse für mich. Wie sich das genau erklärt kann ich gar nicht sagen, es scheint einfach in den Köpfen zu stecken. Aber wenn es etwas gab wofür man den Kopf hinhalten muss, wurde ich immer passend platziert und hatte dann keine Ausrede bei den Erziehern ein zu bringen. Es wurde zu meinem innersten persönlichem Interesse meine autarke Lebensweise wieder zu erlangen. Ich unterbreitete meinen Eltern, die Idee die Dachzimmer in dem Haus von Frau Knopp zu beziehen. Frau Knopp war allein stehend, ihr Mann war vor Jahren  gestorben und ihre Kinder schon viel länger aus dem Haus. Meine Eltern stellten nur zwei Bedingungen. Die erste Bedingung war, dass ich mit Frau Knopp selber reden sollte und die zweite Bedingung, dass ich erst ab der Oberstufe diese Lebensform annehmen dürfte. Nun gut dass waren zwei Bedingungen, die ich ohne weiteres Akzeptieren konnte. Das halbe Jahr welches mir noch blieb würde ich auch noch überstehen und Frau Knopp habe ich auf meiner Seite. Das war mir klar. So telefonierte ich mit Frau Knopp und habe sie gefragt ob ich sie an einem Wochenende besuchen dürfte. Kaffee und Kuchen wie es ältere Damen ganz gerne mögen. Die Fahrt nach Bonn war kein Problem. Die Züge nach Bonn fahren sehr oft. Von allen größeren Städten in Deutschland ist man in ein paar Stunden da. Morgens die Verbindung genommen und dann weiter mit der Stadtbahn bis Hochkreuz. Von dort sind es nur noch ein paar Schritte bis zur XXX Strasse XXX. Ein seltsames Gefühl übersteigt mich als ich nach Jahren wieder in die Strasse ein biege. Etwas frohes und heimatliches, aber auch Erinnerungen an eine Zeit, der Beklemmnis. Glaubwürdig diese Beklemmnis zu beschreiben kann wohl niemand in Bonn. Auch dürfte man nicht die Frage stellen, was es denn sei. Einmal habe ich ein Wort dafür gefunden, ministerial Katar. Die verfügte Verschwiegenheit. Stelle man sich einmal vor nur drei von zehn Menschen seinen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Dann nehme man die drei Menschen stelle sie sich gegenüber und ließe sie eine Konversation anfangen. Worüber würden sie reden. Würden sie überhaupt reden können, würden sie sich selber den Mund verbieten. Kommen sie an Grenzen an welche sie die Konversation nicht kommen lassen wollen und können. Was ist wenn sie nicht wissen, dass sie einer von den Dreien sind. Was ist wenn  einer von den Dreien ein Hundertfünfzigprozentiger ist. Gibt es überhaupt diese Menschen, die anderen nachstellen und ihre Mitmenschen auf ihre bedingungslose Loyalität zum Staat überprüfen. Und wen interessiert es darüber zu erfahren. Fragen mit denen man nicht das Haus verlassen sollte. Schließlich sind wir in Bonn und da stößt so eine Haltung schnell an gesellschaftliche Grenzen. Kritik ist angebracht aber bitte nicht an meiner Person. Mit diesem Fähnchen am Hut laufen hunderte in dieser Stadt herum. Alles Frau und Herr wichtig. Verdammt ihr Wissen herunter zu schlucken. Manchen kann man diese Last ansehen, manchen ist diese Last schon zum Verhängnis geworden. Mancher ist auch schon an dieser Last zerbrochen. Also, das Beste ist, dies alles zu Ignorieren und die Situation als das Normal zu betrachten. Was soll man sonst tun. Unangenehm wenn morgen alles in der Zeitung stehen würde. Das beste Mittel ist immer noch einen Unrast an den Tag zu legen. Immer einen Schritt weiter als der Andere zu sein. Egal wer er ist, was er ist und warum er denn ist. Wichtig ist nur die Wand früh genug zu erkennen, an welche man sich spielt und gegen welche man Gefahr läuft zu prallen.
Es gibt keine Probleme nur Lösungen. So scheint es aus allen Lautsprechern der Nation zu schallen. Alles ist schön weit weg, im Innern nur ein paar versprengte Idealisten die fehlgeleitet sich selbst inszenieren und den neuen Staat fordern. Wo bleibt da der Mensch, wenn um ihn herum alles aus Bürokratie besteht, welche ihn beschränkt und seine freie Entfaltung hindert. Sicher das gilt nicht für das Gro der Bürger , aber in so einer kleinen Stadt wie Bonn kann einem das schon unangenehm werden, wenn an jeder Ecke ein Staatsdiener ist welcher auch als Privatperson noch Staatsdiener bleibt. Da macht es keinen Spaß Mensch zu sein und in jede Richtung in welche man sich bewegen will, einen erhobenen Zeigefinger sieht. Was macht man in so einer Situation. Wenn man als friedlicher Mensch aufgezeigt bekommt, dass dieser oder jener Weg in ein extremes Lager führen kann und daher von vorne herein besser nicht ein zu schlagen ist. Wenn Personengruppen oder Berufsgruppen als Leitbilder ausfallen, da diese vermehrt in extremen Gruppierungen an zu treffen sind. Mit welchen Leitbildern soll man da heranwachsen. Gleichzeitig wird einem noch fehlendes Interesse attestiert und jede Entschlossenheit zu Nichte gemacht. Flucht nach innen, Auflösung der eigenen Persönlichkeit. Das scheint neues Staatsziel zu sein. Aufgabe der individuellen Lösung. Der eigene Gang wird nicht gewünscht. Gleichschritt zurück.

Wieder kam Gaby zu mir, wir haben das Mühlespiel aufgestellt und waren schon beim dritten Spiel, Gaby hat 2 Spiele gewonnen.

Wie schon so oft hat Gaby angefangen mich aus zu fragen normaler weise kommen Frage zu meinen Eltern.

Diese ließ ich aber in der Regel im Leeren verlaufen. Mich interessiert die Arbeit meiner Eltern nicht, auch weiß ich nicht viel darüber zu sagen was sie machen. Gaby fragte heute woher ich Frau Knopp denn so gut kenne. Das hatte ich schon fast vergessen. Ihr Sohn Ingo war der Grund. Wie immer ist die Geschichte schnell erzählt und ist auch nicht sehr berühmt. Ingo war mit vor der Tür und ich hatte noch mein altes Fahrrad. Eben ein Kinderrad , alt und schon klapprig. Dennoch mein Rad und mein ganzer Stolz. Dann hat sich Ingo mein Rad geschnappt und wollte eine Runde drehen. Mir war gar nicht klar was passieren kann. Fuhr doch dann auf einmal der große Ingo, auf meinem kleinen Rad. Es hielt auch nicht lange da brach es, in 2 Stücke, mittendrin an dem tiefsten Punkt im Rahmen bog sich das Metall auf und es klaffte eine Lücke in dem Rohr. Um mein Fahrrad war es geschehen. Mein Schrecken und Entsetzen wuchs schneller in mir, als ich es verkraften konnte. Wasser schoss mir in das Gesicht und meine Verzweiflung ließ mich so schnell ich konnte meine Mutter aufsuchen. Zu Hause angekommen erzählte ich ihr was passiert war und genau so schnell wie ich nach Hause lief, machte sie sich auf um Ingo zu stellen. Ich kam gar nicht zu Ruhe, erst rannte ich in die eine dann wieder in die andre Richtung. Ehrlich gesagt war ich aber froh dass es einen eindeutig Schuldigen für diese Tat gab. Ingo hat die ganze Verantwortung übernehmen dürfen. Bei meinem Fahrrad angekommen wurde schnell noch einmal der Schaden besichtigt und dann sind wir alle 3 und Fahrrad weiter zu Frau Knopp. Diese sah das Ganze wohl nicht ganz so schlimm und hat sich dann auch sofort bereit erklärt den Schaden zu ersetzen. Ingo durfte erst einmal auf sein Zimmer gehen und Frau Knopp und meine Mutter kamen sich bei Kaffee näher. Ich saß noch eine Weile mit am Tisch und hörte wie sich meine Mutter und Frau Knopp über wachsende Probleme bei Jungen unterhielten. Ich ging dann bald wieder raus zum spielen. Die beiden Frau saßen dann noch ein paar Stunden zusammen und sogar mein Vater hat sich dann als er nach Hause gekommen ist zu den beiden Frauen gesetzt. Mir war es recht, konnte ich doch so den sonnigen Tag bis zur letzten Minute nutzen. Gaby hat gar nicht genau verstanden was ich erzählt habe. Sie schaute nur ungläubig und fragte dann, so haben sich deine Eltern und Frau Knopp kennen gelernt, Ja antwortete ich und Ingo kam danach auch öfter zu uns zu essen. Schon komisch wie man manchmal Leute kennen lernt. Genau, manchmal einfach nur verwunderlich. Nur mein Fahrrad war kaputt und es hat eine Weile gedauert bis ich ein neues hatte. Mir war es ganz recht, denn so bekam ich ein Fahrrad welches besser an meine Größe angepasst war. Denn das neue Rad war einfach ein Stück größer. Nur das ist jetzt schon gut 10 Jahre her und Frau Knopp ist heute meine Gastmutter. Darüber freue ich mich natürlich. Und gut, dass ich Frau Knopp so gut kennen gelernt habe, sonst säßen wir jetzt nicht hier. Das hier ist Ingos altes Jugendzimmer in dem wir sitzen.

Die Couch

Eben habe ich mich mit meinen Therapeuten gestritten, seine mir nicht verständlichen und alt hergebrachten Ansichten über Theologie haben mich entzweit. Mir ist einfach nicht klar wie sich Wirklichkeit und Realität trennen lassen sollen. Glaube sich durch sichtbare Wirklichkeit beeinflussen lassen kann. Unerkannte Hindernisse des menschlichen Gehirns einfach durch eine Technik der Ausklammerung in die gewünschte Ebene des Betrachters ziehen lassen sollen. Wie, bitte kann ein Mensch als allwissend gelten, nur weil er sich selber als einzige Instanz über wahr, unwahr, möglich oder unmöglich erhebt. Kindische Zwistigkeiten. Die letzte Instanz im Leben ist der Tod. Diesen kann man frei wählen, so lange man nicht dies in die Tat umsetzt. Eine letztlich endgültige Entscheidung welche sich um drei Dinge bewegt. Unrecht ist die eine, Mut den letzten Schritt zu tun eine weitere und die eigene Intelligenz schließlich die wichtigste dieser drei Eckpunkte des zivilisierten Lebens. Dieses Lebens welches sich nur durch andauernde Überlistung des eigenen oder des Intellektes des Gegenübers forttreiben lässt. Zumindest ab dem Zeitpunkt zu welchem man erkannt hat welche Spiele diese unsere oder vielleicht alle zivilisierten Gesellschaften spielen um ihren Fortbestand zu sichern. Ein Spiel welches sich zwischen Gott, Mensch und Tod bewegt. Ein Leben welches nur den Sinn hat einen Standart zu halten diesen zu zeigen zu verbessern und dem angehörigen Prinzip genügend Antrieb zu geben. Sicherlich Grund genug nach Wertigkeit zu fragen. Nach dem Wert der Dinge zu suchen, welche uns umgeben. Mit welchen Dingen man sich umgibt. Die Fetische unserer Gesellschaft zu enttarnen. Diese mit dem letzten Gang, alles irdischen, in ihrer weltlichen Größe zu messen. Einfach, wenn man als Mensch klare Werte hat, welche wiederum, nur durch dasselbe Prinzip erschaffen sind, welches man in Frage stellt. Standart ist und bleibt der Begriff, welcher sich all diesem Denken überstülpt. Eine schwammige, weiche Masse, die durch ihre Unantastbarkeit die heiligste aller westlichen Wirtschaftsfloskeln ist. Zeit endlich diese vereinheitlichende Norm ab zu schaffen. Eine freie Norm, die durch ihre Ungenauigkeit nur Verwirrung schafft. Standart steht zwischen Realität und Wirklichkeit. Standart schafft die Vereinheitlichung aller Unterschiede. Die Lebenslüge der Konsumgesellschaft. Wie unwirklich wird der nachfeierabendliche Arbeitstag, wenn es keinen Standart gibt. Wie einzig wird die Kerngesellschaft. Lassen wir nicht zu viel über äußere  Gegebenheiten die Definition unserer innersten Welt geschehen.

„Gaby“ dieser laute Ruf schallt durch das Haus, bis zu mir in mein Zimmer hinauf. Die Stimme ist die von Frau Knopp. Ich sitze eben auf meinem alten Sofa und blätterte in einem Magazin welches ich schon seit Tagen in meinen Händen habe. Sicher eine Zeitung, die ich mir von Eberhard mitgenommen habe, muss etwas Linkes oder Lifestyle artiges sein, genauer kann ich mich nicht mehr erinnern. Wohl auch nicht so wichtig. Gaby, denke ich, was will die denn schon hier. Normaler Weise kommt sie immer erst am Abend, wenn wir ein paar Stunden zusammen plaudern oder Mühle oder so spielen wollen. Gaby eben. Leichte Schritte auf den Treppenstufen kündigen die Gute an, mit einem Klopfen an der Tür, endet die Ankündigung. Komm rein. Ich lege mein Magazin zur Seite und stehe vom Sofa auf, um Gaby zu begrüßen. Meine Zimmertür öffnet sich und Gaby tritt ein. Hallo, was gibt’s. Wir umarmen uns wie gewöhnlich und Gaby legt ihre Jacke auf mein Sofa ab. Sie ist ungewöhnlich ruhig und wortlos. Ohne jedes Wort und mit einem Schwung wirft sie sich in die rechte Ecke des Sofas. Das Sofa muss noch ganz warm sein an dieser Stelle, denn vorher habe ich fast an der gleichen Stelle mehr als eine Stunde verbracht. Wie so vieles bleibt diese Entscheidung von Gaby sich gerade in diese Stelle zu setzen unergründet. Wobei ich mir eine oberflächliche Deutung nicht unterdrücken kann. Ganz einfach, ihr ist nach seelischer Wärme. Nach meiner Anteilnahme, meinem ureigenem Ansatz bei ihrer Problemlösung. Denn nach weiterer Betrachtung ihres Gesichtsausdruckes, ist mir eindeutig klar, Gaby hat ein Problem mitgebracht. Man darf gespannt sein. Mit ähnlichem Elan werfe ich mich neben Gaby auf das Sofa. Eine kleine Pause, dann schlage ich elegant und ausdrucksvoll, meine Beine übereinander. So früh schon hier, was ist los. Gaby nimmt den gesenkten Kopf höher und schaut zu mir rüber, sie sieht etwas verweint aus. Fast schon fühle ich mich geschmeichelt, an ihren Problemen teil zu haben, das sage ich aber natürlich nicht. Das würde ja sonst die ganze Spannung nehmen. Mit einem erwartungsvollen Lächeln, wende ich mich dann weiter zu Gaby und schaue in ihre großen braunen Augen. Sie schlägt mich. Nicht fest, als wolle sie mir wehtun, nur so um mir ihre Verlegenheit zu zeigen. Ich bin nicht bekannt für meine Ernsthaftigkeit, dafür umso mehr für meinen Humor und meine Gespür für Menschen und deren Situationen. Gaby ist in einer merkwürdigen Situation, das sehe ich ohne dass sie mir diese beschreibt. Nun mach den Mund auf, ich kann keine Gedanken lesen, sag mir was du hast. Gaby bläst ihren gottverdammten, bestimmt schon drei Tage alten Kaugummi auf und lässt diesen dann wieder platzen. Mit einem schmatzenden Geräusch nagt sie dann ihre Lippen von dem Kaugummi ab, um diesen wieder ganz in ihren Mund zu sperren. Mach, sag was ist los. Noch eine Verlegenheitsgeste, dann ein Schrei. Gaby, so kenn ich dich gar nicht. Seit wann bist du in meiner Gegenwart so animalisch. Dass du nicht auf den Punkt kommen kannst ist mir ja schon seit langem bekannt, nur dass du dich so verhältst ist mir einfach neu. Entschuldige aber so etwas hat dieses Haus noch nicht gesehen. Gaby bemüht ihren Kaugummi wieder inniglich. Oh, wie gerne währe ich jetzt dieses kleine Stück Gummi. Dann greift Gaby zu ihrem Mund und nimmt diesen kleinen Lustknubbel aus dem Mund und legt ihn auf die Seite zum Fenster. Legt dieses ekelige, klebrige, Speichel benetzte Ding einfach auf meine Fensterbank. Wuargh. Wenn jetzt nichts kommt, gehe ich runter zu Frau Knopp und frage ob nicht etwas an Post für mich kam. So etwas wie „ ich bin schwanger und weiß nicht wer der Vater ist.“ Nur so etwas würde ich wirklich nie von Gaby erwarten, sie hat nach meiner Meinung immer genaue Kontrolle über ihre Liebhaber. Also was ist los. Was ist loooos. Nichts, es geht mir gut. Alle meine Sorgen sind versteckt unter meiner Bettdecke. Na, Hauptsache es kommt  nicht mal jemand an dein Bett und reißt dir dein Decke weg. Ach, man warum bist du immer so ernüchternd. Kann ich dir auch nicht sagen, nur scheint mir das alles logisch, nur du bist mir noch nicht klar genug. Kann ich denn nicht einmal nur zu dir kommen ohne einen triftigen Grund, ohne darüber reden zu müssen, was mich bewegt. Gerne, jederzeit. Also, du bist einfach her gekommen, um dir eine nette Zeit auf meinem Sofa zu machen. Das kann ich nicht glauben. Mir meine Rue stehlen nur weil Madame es in ihren Räumen nicht  mehr aus hält. Mann, das gibt es nicht. Jetzt reg dich nicht so auf, ich erzähle es dir schon noch mal. Da kann man mal sehen was so eine warm gesessne Sofaecke für eine tiefenpsychologische Schnellwirkung auf erregte Gemüter hat.

Mit einem Satz, macht sich Gaby wieder vom Sofa und zieht ihre Jacke an. Bleibt es bei heute Abend? Es kann sein dass ich etwas später. Ich werde hier sein. Von einem zu anderen Moment ist Gaby vom Sofa aufgestanden und durch die Tür verschwunden. Mit einem Mal, ist es wieder angenehm ruhig in meinem kleinen Zimmer. Diese Chance muss ich nutzen und lege mich der Länge nach über mein Sofa. Greife nach meinem Magazin und nehme mir die nächste Stunde frei.

Wieder klopft es an der Tür, ich habe wohl geschlafen dass ich nicht schon früher was gehört habe. Ja, wer kommt. Ich bin es Gaby. Ach du komm rein. Wolltest du nicht nach Hause gehen. Man  ich war schon da. Wo hast du deine Gedanken. Dann muss ich wohl geschlafen haben. Kann doch sein, entschuldige.

Ingo

Ingo, geht die Treppe runter in die Küche. Seine Schritte klingen auf der Holztreppe. Frau Knopp steht in der Küche und wischt die Spüle sauber. „  Ich fahre in die Stadt, möchte mir etwas neue Musik kaufen. Bin aber nicht, zum Essen wieder zu Hause.“„ Du hast ja einen Schlüssel Ingo, mich störst du nicht wenn du später kommst, mach dir eine schöne Zeit, sonst alles OK. „ „ Denke schon, tschüss. Bis dann. „ Info dreht sich um und geht aus der Küche. Mit drei Schritten ist er an der Haustür, die schwere Tür hat sich etwas gesetzt und lässt sich nicht unbeschwert öffnen. Ein leichter Ruck, die Tür springt auf und ein Glas schallender Klang ertönt. Die warme Frühsommerluft weht Ingo um die Nase, er atmet ein und löst sich aus, dem noch kühlem Inneren des Hauses. Die Tür schlagt, mit einem Schlag in das Schloss zurück. Etwas irritiert, nimmt Ingo die drei Stufen, von der Haustür hinunter, in den Vorgarten. Durch die hohe Hecke hindurch auf den Gehweg. Mit kräftigen Atemzügen füllt Ingo seine Lunge mit der frischen Luft. Er schmeckt richtig an ihr und dem Wetter. Seine Gedanken kreisen, um die Schule, Gabi, Frau Knopp, viel zu viele Dinge, er möchte sich zerstreuen. Frau Knopp ist eine herzensgute Frau, die nun alleine lebt, den Haushalt ohne den in ihrer Generation üblichen Vorstand regelt. Die Tür zum Beispiel währe, wenn Herr Knopp noch leben würde, schon mal von einem Schreiner gerichtet worden. Nebensächlichkeit, aber bedeutend, ihr ist es nicht so wichtig. Herren Knopp hätte diese schwergängige Tür sicher verrückt gemacht. Sie macht nichts daran, wenn das so ist dann ist das eben so. Davon geht die Welt nicht unter. Ingo wechselt die Straßenseite, zwischen den parkenden Autos hindurch. Sein schwingender Schritt ist lebendig und seine ganze Wahrnehmung ganz frisch, er möchte etwas erleben, nach dem Leben Ausschau halten. Ingo greift in seine Hosentasche, zieht sein Geld heraus, hält es im Gehen vor sich. 30 Euro, nicht wirklich viel, relativ gesehen, genug um einen netten Nachmittag zu erleben und vielleicht eine CD zu kaufen. Musik, neue Musik. Er gibt das Geld wieder zurück in die Tasche. Eigenartig wie sich der Beutegedanke abstrahiert. Wie sich neue Relationen zwischen Geld und Gut bilden, die ganze Weltsicht auf einmal verändert, wenn man bemerkt, wie weit man in dieses Konsumsystem eingreifen kann. Die persönliche Stellung in diesem System sucht und mit Wahrnehmung und sich darin zeigender Wirklichkeit versucht ein Bild der Realität auf zu bauen. Welcher Realität denn? Freiheit für 30 Euro, kann man Freiheit messen, darf man sie messen. Gibt es denn ein bisschen Freiheit. Wenn das so währe, währe es schlecht, für den Menschen der sich frei fühlt und erkennen muss, dass seine Freiheit sich nur in dem Maße realisiert in dem er sie sich erkauft. Freiheit als Gegenmaß zu geldlichem Besitz, das kann nicht sein. Das darf vor allem nicht sein. Nur sinnt man erst mal in diese Richtung, wird einem bewusst wie sehr wir unsere geldliche Wertschätzung als System erklären. Als Kraftspender unserer Gesellschaft betrachten. Unsere gesellschaftlichen Schichten sich durch Besitz definieren, werden oder wollen. Geld an sich ist blind, es schaut nicht heraus. Man schaut auf das Geld. Oder schaut es doch, dann wenn sich ein geldlicher Wert in einen materiellen Wert verwandelt. In diesem einem Augenblick nur, in dem es den Besitzer wechselt, da schaut das Geld, schaut eben das Gut auf einmal. Ingo hält an der Strasse um sie zur Stadtbahn zu überqueren. Der Straßenverkehr nimmt ihm seine Ruhe, seine Gedanken. Der Verkehr stoppt, seine Schritte starten. Die Fahrtrasse der  Stadtbahn ist in der Mitte der Fahrbahnen gelegen. Eine schiefe Ebene führt ihn auf den Bahnsteig. Ein leerer Bahnsteig, etwas verschlissene und wohl auch demolierte Sitze stehen unter einem Überdach. Ingo läuft noch bis zum Fahrplanaushang. 14:37 kommt der Zug, die 63. Drei Minuten Zeit, Warten, leere Blicke auf den Verkehr, die vorbei fahrenden Autos, Motorengetöse. Ingo beißt auf seinen Fingern herum. Ein Blick nach links, kommt der Zug schon. Auf dem gegenüber liegenden Gleis, fährt die 16 ein. Durch die Seitengläser kann Ingo in den Fahrgastraum sehen und auch hindurch. Der Zug ist nur leicht besetzt, mit leeren Gesichtern sitzen die Fahrgäste und schauen auf imaginäre Punkte in ihrem Gesichtsfeld. Gähnend trostlos. Die Türen schließen mit zischenden Geräuschen und schlagen hart und mit Krach in ihre Schlösser. Der Zug fährt wieder an. Die Wagen ziehen langsam schneller werdend vorbei. Ein paar Blitze schlagen von der Oberleitung. Dann ist die Haltestelle wieder unbelebt, nur Ingo steht auf dem Bahnsteig und wartet, schaut die Schienen entlang.  Dann in der Ferne zu erkennen, der richtige Zug. Nun sind es nur noch wenige Sekunden, bis der Zug an der Haltestelle eintrifft. Langsam werden die Umrisse des Zuges größer. Ein paar zehn Meter vor dem Haltepunkt noch ein Signal, der Zug stoppt. Warten. Langsam löst sich der Zug von seinem Halt und fahrt in die Haltestelle ein. Ingo geht ein paar Schritte auf eine Tür zu. Mit Zischen und Krachen schlagen die Türen auf. Ingo tritt auf den Sicherheitskontakt der Tür, wieder ein Geräusch, diesmal ein hol klingender Schlag, wie Metall auf Kunststoff.  Der Zug ist nur mit wenigen Fahrgästen besetzt die Sitzplätze sind so gut wie leer. Ingo nimmt die erste Sitzgruppe rechts, direkt hinter der Tür. Sitz am Fenster. Die Sitze sind aufgerissen und hervor schaut der Schaumstoff. Die Türen schließen wieder mit Krachen. Der Zug nimmt Fahrt auf, die Haltestelle verschwindet aus dem Fenster. Dann ist durch dass Fenster die Autofahrbahn zu sehen. Schnell geht es an den ersten PKW vorbei, gerade entlang auf der Bahn. Ingo schaut gebannt aus dem Fenster und krallt mit den Fingernägeln der rechten Hand in den Dichtungsgummi des Fensters. Er setzt einen Fuß hoch auf die Heizung. Die erste Haltestelle, kurzer Halt, Tür auf, Krachen, Tür zu. Fahrt geht weiter. Eine Wand schiebt sich in seine Sicht. Der Zug taucht in den unterirdischen Schacht.
An den Schachtwänden hängen Leuchtstoffröhren, diese schießen am Fenster vorbei. Im Fahrgastraum schaltet sich die Innenbeleuchtung an. Aus dem Fenster ist nur ein Schwarz zu sehen.

Nur was habe ich schon zu sagen, mir Wurm wird nur immer wieder vorgehalten ich solle mich lieber mit richtigen Dingen beschäftigen. Mir nicht Gedanken über Dinge machen, auf die ich so wie so keinen Einfluss nehmen kann. Nur wie soll ich denn, in meinem Leben stehen, wenn ich nicht das bedenke was mich beschäftigt, ich nicht die Tiefe versuche zu finden und versuche meinen Geist aus zu leuchten. Logik als Grundsatz setze und mich an die Dinge hefte die mir zu gehen. Eben analytisch denken. Das Ganze in erster Linie für mich, denn mit wem soll ich es besprechen, es zeigt sich niemand. Gaby vielleicht. Schade, kann ich mich nur selber an meinen Gedanken wärmen und sie vor sich hin arbeiten lassen. Ein Weg währe es sie auf zu schreiben. Warum nicht? Festhalten und die Niedrigkeit und Unwichtigkeit erkennen. Dann war alles nur ein Spaß, den ich mit mir selber angestellt habe. Nur dann hätte ich Gewissheit, über das was ich tue. Könnte die Kettengedanken erkennen die sich bilden und ihre Bedeutung klarer erkennen. Was denke ich eigentlich, warum und auch wohin will ich damit. Spanne Tag für Tag das Segel meiner Gedanken auf und fliege davon, fliege in meine Welt, an der niemand teilhaben möchte. Verirre ich mich in den Katakomben meiner Seele und den Wirren meines jungen Selbst. Was will ich sein. Halt, ich bin. Wichtiger ist wie werde ich gesehen, darum halte ich alles nur in meinem Kopf fest und schreibe es nicht auf. Nein, nichts festhalten. Nicht zeigen wo ich bin. Wo meine Gedanken sich bewegen und mich zur Rede stellen lassen. Mir die Anschuldigungen anhören, mich meiner Ideen berauben lassen und wo möglich vertrieben werden aus meiner Gedankenwelt. Es ist gut so wie es ist. Verständnis kann ich mir nicht erhoffen, nicht von den Menschen von denen es wichtig währe dieses zu bekommen. Eberhard versteht mich, aber er ist eben recht weit weg von meinem Leben, so wirklich zählen kann ich nicht auf ihn. Gut, ich kann lange Gespräche mit ihm führen und Erörterungen anstellen. Das hilft mir mein Gerüst weiter auf zu bauen, eben Licht in die dunklen Ecken zu geben, an die ich alleine nicht gelange. So gesehen ist Eberhard mehr als eine Hilfe, nur suche ich diesen Einfluss auf mein Leben, diese Lenkung, die ich selber nicht vornehmen kann. Nicht tue dies oder tue das. Sondern gerichtete Anleitung. Nicht Bevormundung. Grauselig wie beklemmend sich das alles anfühlt. Muss ich mich davon lösen, ist das normal. Sicher ist, es fühlt sich mehr als einfach nur schlecht an. Es ist wirklich bedrohlich und lähmend. Ich muss weiter machen, weiter meinen Weg suchen und die Dinge finden die mich interessieren und denen ich nachgehen will. Es wird der Tag kommen der etwas Erlösung mit sich bringt, nicht der letzte Tag, sondern schon vorher. Ihn muss es geben und was ist es, von dem ich glaube es zu kennen aber was ich noch nie erlebt habe. Mein schwerstes Rätsel. Ob, wenn ich die Antwort gefunden habe, ich überhaupt erkennen werde, dass ich danach immer gesucht habe. Wie einfältig muss ich sein, auf vieles eine Antwort zu wissen, aber in Dingen des Lebens so kläglich zu versagen. Narr, ich muss die Augen auf machen und in die Welt sehen, dort liegt die Antwort. Also hinaus in die Welt, was erleben und den Geist etwas entspannen lassen. Mir tut diese Freiheit gut, genieße ich den Tag in dem ich untertauche und auch mal die Sonne in meinem Gesicht spüre. Lasse ich  mich meinem Alter entsprechend fühlen, was ich kann und auch möchte. Los die Strasse entlang und gut.

Man muss Wege bis zu ende gehen,

Was haben diese Begegnungen mit den Zeichn zu bedeuten

In mir steigt die Verzweifelung auf, dieses ungeleitete, spitze, schneidende, Gefühl, es macht mich völlig blind und treibt mich in ungelenkte Handlungen. Ein anderes Wort, für das Ergebnis dieses Zustandes, währe Wahnsinn, nur das hört sich schon fast wieder logisch an, da es ja einen Sinn beinhaltet, wenn auch einen vom Wahn getriebenen. Es muss so etwas wie eine Vorstufe sein, ein Schritt noch und es schnappt ein. Ein Gefühl wird zum Gegenstand, wird Leitung des Handelns. So fingere ich schon den ganzen Nachmittag mit allem was mir in die Hände fällt herum, lasse nichts was sich mir in die Nähe kommt so liegen wie es liegt. Der kleine Jadeelefant auf dem Nussholztischchen, im Treppenaufgang, hat auch eine neue Ausrichtung erhalten, wie schon öfter zuvor habe ich ihn etwas gedreht. Er bildet irgendwie so etwas wie ein Zentrum, genau erklären kann ich es mir nicht. Er ist auch nicht besonders schön, nur sehe ich irgendetwas in ihm. Er ist wie ein Schlüssel zu meiner Psyche, ein Tor in einen Traum, in eine Vorstellung. Später hat ihn dann Frau Knopp, wieder in die alte Stellung gebracht. Beim Essen in der Küche hat dann auch Frau Knopp meine Stimmung bemerkt, ich bin aber nicht näher auf ihre Fragen eingegangen. Habe ihr von der Schule und den bevorstehenden Klausuren erzählt nichts Interessantes. Und, dass ich Eberhard später am Nachmittag besuchen gehen möchte, der gute Eberhard, mein Freund und Weltenherrscher. Immer wenn ich bei ihm bin, fallen alle meine Zweifel von mir ab, wie in einer anderen großen Welt finde ich mich bei ihm ein. Wir unterhalten uns hören Musik und mehr nicht. Wie schön, diese Insel des Mutes ist. Was dieser Mensch mit sich trägt und woran ich mich wärmen kann. Alles ist dann wie es in einer schönen Welt sein muss, wenn es nicht so althergebracht klingen würde, würde ich sagen, er ist gütig. Ja, genau dass muss es sein, gütig, unbelastet, frei von Zwängen. Eben ganz Eberhard. Er und seine Welt. Seine Bücher seine Arbeit, seine Sprache. Dann natürlich seine Antworten, dieses anscheinend unerschöpfliche
Wissen. Es gibt kein Thema auf diesem Globus, zu welchem er nichts sagen könnte, er ist mein Gewinn, meine lieber Lehrer. Immer wenn ich eine Frage habe, die ich nicht beantworten kann, meist alltägliche Dinge, dann kann ich zu Eberhard gehen. Mann so etwas gibt es nicht noch mal, wie soll ich sagen, einmalig. Nur gehe ich nicht zu ihm um prasselnd Fragen zu stellen, es ergibt sich sonderbarer Weise. Mir fallen die Dinge frisch ein, wenn ich bei ihm bin. Auch kann ich nicht wiederholen was wir bereden, es ist so unheimlich geladen, so spannend. Oft bleibe ich auch am Abend und wir sprechen bis in die Nacht. Essen zusammen und sitzen dann zusammen am Tisch. Wein, Käse, Wurst und Brot. Dann sind auch Karl und Evi mit dabei. Wir tafeln dann richtig und haben einen schönen Abend. Nicht so trist wie bei Frau Knopp, der es recht ist wenn ich nicht mit ihr essen möchte. Sie hat ganz gerne ihre Ruhe, sie sitzt dann abends alleine mit sich und dem Fernsehprogramm. Das ist ihr genug Unterhaltung, dann braucht sie nicht den Mund auf zu machen, ist doch immer das Selbe. Wenn ich dann wieder in das Haus komme sitzt sie oft da und schläft in sich gesunken vor dem Fernseher. Ein witziger Anblick. Ich bin dann leise um sie nicht zu stören, irgendwann später fällt sie dann ins Bett, das bekomme ich oben in meinem Dachzimmer nicht mit, sie ist auch so ein Geist den man nicht hört. Morgens beim Frühstück fragt sie dann wie es denn bei den Grünen war, wie sie darauf kommt, dass sie Evi, Karl und Eberhard Grüne nennt ist mir nicht ganz klar, werde sie auch nicht danach fragen. Verwundern tut es mich schon wie jemand eine Meinung bildet wenn er gar nichts weiß. Muss wohl am frühen aufstehen liegen, Frau Knopp springt immer von vor sechs Uhr morgens in ihren Räumen um her. Unglaublich, ich kann mir gar nicht vorstellen, was sie um diese Uhrzeit schon arbeitet, nehme an sie putzt Staub, na ja ihre Sache. Dann sage ich, dass wir uns blendend unterhalten haben und schöne Ausblicke genommen haben. Ein perfekter Abend.

Mir selber ist fremd und unklar was diese Verzweiflung in mir erregt. Gaby sitzt mir gegenüber, wir spielen schon die dritte oder vierte Partie Dame. Sie hat die letzten Spiele gewonnen, es geht nicht darum zu gewinnen, mehr ist die Unterhaltung Sinn dieser Spiele. Diese hat sich aber heute aber auch noch nicht eingestellt, Gaby schaut zu mir mit fragendem Gesicht. „ Was ist heute los mit dir, du gefällst mir gar nicht. Magst du erzählen oder kannst du nicht sprechen?“ Ich schaue zu ihr rüber und verziehe das Gesicht. „ Nein“ „ Das ist eine klare Antwort, warum sitzen wir dann hier und gehen nicht beide wieder in unsere Ecke“ „ Nett dass du unsere Begegnungen mit einen Boxkampf vergleichen magst, ich habe keine Ecke, wenn dann habe ich eine Schräge. Schau dich doch hier um wenn ich an die Decke blicke dann sehe ich in erster Linie Schrägen.“ „ Genau, wie du eben schräg passt doch, was regst du dich auf.“ „ Ich rege mich doch nicht auf“ „Nein, tust du das nicht?“ „ Nein, ich bin ganz kühl, schau meine Stirn, nicht wärmer als sonst auch“ patsch schon hatte ich Gabys Hand auf meiner Stirn, „ Aua, das war sehr zärtlich“ „ Du brauchst das, glaube mir. Kann nichts schaden wenn du mal eine fängst“ „ Ah, Erziehungsmethoden“ „ Genau, lass dir mal was von mir sagen“ „ Danke“ „ Wofür?“ „ Für die zärtliche Belehrung, darf ich jetzt deuten wie genau du dass gemeint hast. „ „ Tu was du willst, nur vergiss das Spiel nicht darüber.“

„Ich denke ich sollte einen Therapie machen“, „wie kommst du auf diesen Gedanken, warum solltest du das tun“ „ Ich spüre Strömungen in mir die ich nicht klar deuten kann und an denen ich mich aufreibe“ „ Ist das alles, ein paar Strömungen“ „ Nein, ich fühle mich oft mehr als niedergeschlagen und Perspektiv los“ „ Das hat man doch manchmal, auch wenn man noch so jung ist“ „ Darf ich dich an meine Stigmata erinnern, welches ich auf der Wange trage. Dieses Ding wird mich mein Leben begleiten und ich habe jetzt schon genug Probleme, da möchte ich diese nicht ausweiten. „ „ Also dann sprich doch mal mit einem Therapeuten“ „ Nun gut, die Überlegung das zu tun ist eine Sache, dann diesen Eingriff in die Psyche zu tun ist eine andere Sache, ich habe Angst etwas zu verlieren. Meine Chancen noch weiter zu verschlechtern“ „Worum geht es dir denn bei der Therapie“ „ Einfach mal klar aufräumen, eine Spiegelung meiner Person vor zu nehmen.“ „ Und du denkst das muss ein Therapeut mit dir machen, dich mal reflektieren. „ „ Ja klar, wer denn sonst, so objektiv wie möglich, mir einen Einblick in mich selber geben, ich kann das für mich selber nicht tun. „ „ Dann solltest du das machen“ „ Dennoch es ist ein schwerer Schritt.“

Gaby kannst du das verstehen, dass ich Angst habe. Einfach Angst vor der Klappsmühle, dass ich weggesperrt werde, wegen meiner Verschrobenheit aus der Öffentlichkeit entfernt werde. Mag auch sein dass ich Angst habe, zusammen zu brechen, etwas unüberlegtes, zu machen. Mich irgend wann nicht mehr kontrollieren kann, meinen Sinnen nicht mehr traue und schlicht verrückt werde. „ Warum solltest du verrückt werden, warum“ „ Weil, weil ich eben daran glaube, und mir der Mut fehlt dies nicht zu glauben. Ich einfach so oft pur Verzweifelt, den richtigen Weg ins Leben nehmen zu können. Alles was ich sehe, zielt immer nur in die gleiche Richtung, wie eine Utopie, hat alles immer nur den einen Ausgang. Mein ureigen, persönliches Drama. Es ist wie festgeschrieben, schicksalhaft vorgegeben. Jeder Gedanke endet in einem Fiasko. Ich kann mich drehen und wenden, egal wem ich mich anvertrauen will, ich kann ihm nicht glauben. Und er glaubt mir nicht, will es mir einfach ausreden, dabei bin ich zutiefst überzeugt, nicht dass ich es will, nur finde ich keine Lösung. Wenn ich nicht schon so lange damit leben würde, könnte ich wahrscheinlich nicht so damit umgehen. Mir ist meine Psyche zum Normal geworden, und meine Anpassungsfähigkeit, hat mir dabei geholfen nicht auf zu fallen. Ich lebe wie ein Krimineller in der Angst erkannt zu werden, gleichzeitig währe die Enttarnung mein größter Gewinn, da dann endlich diese Theater ein Ende hat. Dabei bin ich mir nicht sicher, habe dauernd Zweifel. Bin mir nicht im Klaren über mich und das was ich tue. Nur dieser innere Druck der sich gegen mich stellt und unter dem ich leide und zu zerbrechen drohe, sieht niemand außer mir. Im ernst ich würde gerne mal ein therapeutisches Gespräch führen und mir einen rat einholen. Meine ganze Geschichte erzählen und damit  meine Identität klären. Nur habe ich davor eben auch Angst, mir sind die Auswirkungen nicht klar. Wie geht es dann weiter. Auch habe ich so gar keinen Rückhalt in meiner Familie, die möchten am liebsten alles unter den Teppich kehren. Es sei ja schon alles so lange her, ich müsse darüber nicht nachdenken. Tue ich aber, es dringt immer wieder nach oben und belästigt mich. „ Was denn genau“ „ Eben diese Sache mit dem Luftgewehr, der Typ der mich damals in den Kopf hat schießen wollen“ „ Das ist doch jetzt schon Jahre her“
„ Es verfolgt mich aber und macht mich krank. Immer wieder sehe ich diesen Typen wie er neben mir steht und das Geweht mir an den Kopf hält, auch am Tage habe ich oft Fantasien wie er mir begegnet und sich erneut an mir zu schaffen macht. Ich fühle mich einfach wehrlos und genau so wehrlos wie ich mich ihm gegenüber fühle so wehrlos fühle ich mich oft im Alltag. Das beklemmt mich und lässt mich oft Dinge tun die ich normal anders tun würde. Einfach Entscheidungen fällen, die von dieser Tat beeinflusst sind. Ich nicht rational bin und wie unter Drohung fehlgeleitet werde. Ich kann mir nicht vorstellen dagegen an zu gehen weil dann eben auch gleich folge Drohungen mich treffen. Es ist wie ein dauernder Belagerungszustand, mein Geist wird belagert von diesem Schatten, von diesem Trauma. Kann ich dennoch nicht in das deutsche Dauertrauma einreihen, denn dafür bin ich zu jung. Auch werde ich dort nicht akzeptiert. Werde nicht gesehen, sondern nur angeschaut. Es ist einfach zum kotzen, ich muss was tun nur was. Alle wollen immer nur mein Bestes sind aber nicht in der Lage ihre eigenen Schwächen zu sehen und an diesen zu arbeiten, wie wollen diese Menschen dann etwas für mich entscheiden, was außerhalb ihrer eigenen Person liegt. Das ist doch nicht aus zu halten so eine Verbohrtheit. Solchen Menschen soll ich mich anvertrauen, diesen soll ich sagen wie ich mich fühle, welche Ängste ich habe. Nein das kann ich nicht. Wie auch, mit welchen Worten, ich kann ja selber kaum an meine Gefühle heran. Wie soll ich diese dann mitteilen. Es ist absolut vertrackt. Und die Zeit wird mir nicht mehr helfen können, es ist vorbei, meine Chance ist vertan. Wenn ich denn überhaupt eine Chance hatte, die mir mein Glück hätte bringen sollen. Nein, Gaby ich kann nicht mehr. Zu lange habe ich gewartet, dass sich etwas ändert, die Menschen um mich herum mir Rat geben und sich als Stütze erweisen. Ich selber kann mir nicht mehr helfen. Es kommt alles wieder hoch. Ich bin zu jung um es einfach mit zu nehmen. Es lastet zu sehr auf mir. Mag sein dass ich mich auch etwas anstelle. Die Dinge verkenne meine Chance nicht nutze. Nur anscheinend ist mir die ganze Geschichte über den Kopf gewachsen, sehe ich mich verstrickt in einem Leben das nicht zu mir gehört. Dieses Theater kann ich nicht fortsetzten, ich muss irgendwie Abhilfe schaffen. Wie auch immer, mir ist fast alles lieber als dieser dauernde Zwist in mir. Ich fühle wie ich zerreiße, ich weiß nur nicht wann es so weit ist. Will ich mich doch durch meinen Intellekt zusammenhalten und mit meiner Ratio mir den Weg bahnen. Ich bin mir sicher, dass mich einmal meine Gefühle zerreißen, ich eines Tages vor einem Menschen stehe und nicht mehr mit Argumenten die logisch sind mich erklären kann, was dann. Was tue ich dann, laufe ich weg, verstecke ich mich wie ich es schon seit Jahren tue, um mich nicht dieser Pein aus zu setzen, diesem Gefühl zerrissen zu werden. Noch heilt die Zeit meine Wunden, wohl auch die Wunden die ich zu führe. Einmal nur werde ich als erwachsen gelten, dann in diese Gemeinschaft auf genommen werde ich mich nicht mehr entschuldigen können. Wird mein Leben durch Leistung und Handlung bestimmt, nur woher soll ich dieses Wissen ziehen, wenn ich nicht lerne zu leben. Ich bin mir sicher, am ersten Tag meines Lebens, werde ich so große Fehler machen, die mein ganzes weiteres Leben überschatten werden. „“Jetzt greifst du aber weit nach vorne, wie willst du dir da so sicher sein. Sei froh genieße dein Leben und freu dich auf jeden neuen Tag“ „ Da, genau an dieser Stelle ist diese Unfassbarkeit, mein Unterschied zu euch. Der Unterschied zu den Normalen, zu denen ihr mich auch zählen wollt. Ich währe sicher gerne auch so einfach gestrickt wie ihr, würde mein Leben einfach mal eben so meistern, kann ich aber nicht. Warum will das niemand verstehen? Es ist mir unerklärlich, bleibt mir ein Rätsel. Wie kann ich es erklären, wie nur. Ich habe immer die Hoffnung es sein besser für mich wenn ich nicht für normal gehalten werde. Kannst du das verstehen, ich möchte lieber für nicht normal gehalten werden. „ „ Du bist aber normal, das ist doch schön“ „ Das ist es nicht, aber nicht normal zu sein ist noch weniger schön. Nichts ist schön, es ist alles Einbildung, ein Fehler in der Wahrnehmung. Die Realität ist nicht schön, ein Buch mag schön sein, nur wir leben nicht in einem Buch. Die Realität beinhaltet eben auch Menschen die einem nicht gesonnen sind, es gibt eben auch Arschlöcher auf der Welt. Du bist keins, du magst mich und darum willst du auch nicht dass ich krank erscheine. Darum machst du mich auch nicht krank“ „ Wirklich nett von dir, so zu denken“ „ Kann ich nicht einfach so mein Leben gehen, ohne diese Schwierigkeiten, die sich dauernd auf tun, ich fühle mich völlig unfähig. Hilflos, mich den Herausforderungen zu stellen. Ich weiß, dass ich nicht blöd bin, das machte mir aber auch nicht leichter, nach vorne zu schauen. Mir fehlt einfach das wie, die Betriebsanleitung für meinen Geist.“ „ Was willst du denn“ „ Eine klare Art und Weise wie ich mit mir umgehen soll, was ich tun kann. Wie ich dieses Zerbrechen an den Normen verhindern kann.

Eigenartig wie sehr sich die Freiheit einengt wenn man genauer die Jugend betrachtet, wie engstirnig die eigentlich offen denken sollenden Menschen werden. Eh was nimmst du denn für Worte in den Mund, was ist das denn. Anscheinend gibt es genaue Vorstellungen wie etwas zu sein hat, schade.

Kultur lässt sich überall finden, nur nicht in der Menge wie sie einmal gelebt wurde. Man muss sie überall wieder finden, nicht nur in Archäologie Ausgrabungen.

Schule  ist der perfekteste Umstand der modernen Gesellschaft. Sollte doch dort die Bedingung vorherrschen die ein Lernen unterstützt, was findet man denn anstelle dieser Umstände, nur Ablehnung und Gegenwehr. Es muss eine psychologische  Begründung  zwischen Schule Kind und Elternhaus geben. Etwas scheint nicht richtig zu fließen.

Dass man eine ganze Nacht damit verbringen kann sich ein Wort abwechselnd vorzusagen
Ich habe keine Ahnung was das zu bedeuten hat

Rationalität kann nicht alles bestimmen, oft handelt der Mensch eben nicht Rational.

Man kann ein Kind von acht Jahren doch nicht einfach so zurück lassen.

Schon am Abend zuvor hat mich Frau Knopp im Eingang zur Seite genommen, wann ich denn mal Zeit für sie hätte, im Garten, zusammen mit ihr ein paar Dinge zu erledigen. „Natürlich immer gern, ganz wann und was sie wollen.“ Also dann, eben Mittwochnachmittag, am Vormittag gab es noch leichte Schauer, aber ab Mittag ließen die Schauer merklich nach. Das zum Glück. Ich also gegen zwei Uhr Nachmittag runter in die Küche. Frau Kopp lauerte schon fast in sehnsüchtiger Erwartung. Mir wurde leicht unheimlich, mir war ehrlich nicht klar wie ich sie und diesen Moment einzuschätzen habe, als ich die Küche dann zu der verabredeten Zeit betrat. Mühsal, uff, dachte ich, was für eine Assoziation. Nur dann mal schnell an die Arbeit, nicht dass noch undurchsichtige Gesprächsfetzen uns in den Garten begleiten sollten. „ Also was haben sie vor. „ war schnell meine Reden. Ein Wink von ihr und ich folgte durch die Verandatür in den Garten. Vom Winter war noch alles wie zerschlagen, nur wenige Knospen waren an den Sträuchern und Bäumen zu erkennen. Über eine breite Treppe gingen wir runter in den eigentlichen Garten. Beete und Rasen, Hecken und dazu noch einige Bäume, Kirsche und Tanne. Erdbeeren waren auch zusehen, diese aber weiter draußen, hinten am Zaun. Ich habe eine Vorliebe für Erdbeeren, diese süßen, wohlig schmeckenden Winzlinge. Nun gut, Frau Knopp eilte erst einmal zu dem kleinen Schuppen, neben dem Haus. Dort waren Gartengeräte untergebracht. Eben was man so braucht, Schaufeln, Hacken, Schubkarre. Auch einen Rasenmäher konnte ich in dem Wirr des Schuppens erkennen. „Hier nimm dir mal den Spaten und eine kleine Schaufel. Habe dir noch gar nicht gesagt was ich vorhabe. Wir müssen die Beetumrandung neu setzen. Die ist durch die Zeit verwittert, schau sie dir an, ganz verrottet. Das Holz zerfällt und ist ganz morsch. Frau Knopp zeigt auf die Beete und deutet mir die Holzbohlen für die Umrandung. „ Neben dem Schuppen ist ein großer Stapel an Ziegelsteinen, die werden wir einfach an die Beetränder setzen. Komm, nimm dir die Schubkarre. Wir werden erst einmal die Holzbohlen aus der Erde holen.“ Ich steige in den Schuppen und rücke die Schubkarre hervor. Schon ist Frau Knopp zu den Beeten unterwegs und zieht die ersten Stücke der alten Beeteinfassung aus dem Boden. Ein paar Momente später stehe ich neben ihr und packe mir die ersten losen Hölzer und werfe sie in die Karre. „ Diese Einfassungen hat noch mein Mann gemacht, muss gut fünfzehn Jahre her sein. Damals hatten wir sogar noch größere Beete. Nach dem Krieg gab es sogar in manchen Vorgärten Beete mit Kartoffeln und Gemüse. Die Leute hatten ja nichts zu essen. Aber das ist noch länger her. Wird dich auch nicht interessieren schätze ich. Heute ist alles unheimlich bequem,  alles einfach zu bekommen. Keine Schwierigkeit mehr.“ Unglaublich, mit welchem Schwung Frau Knopp trotz ihren Alters sich an die Arbeit macht, anscheinend mit jugendlicher Leichtigkeit zieht sie die Hölzer aus dem Boden. Die ersten Strecken sind schnell abgebaut und die Schubkarre füllt sich. „ Das Holz legen wir erst mal neben den Schuppen, ich muss noch sehen was ich damit mache. Werde es wohl auf den Sperrmüll geben. Das dauert aber noch eine Weile, da musst du mir noch mal helfen das auf die Strasse zu stellen.“ „Haben sie noch viele Erinnerungen an die Zeit. Ich meine an den Krieg und den Nationalsozialismus. Ich habe Schwierigkeiten mir das vor zu stellen. Diese Herrschaft der Gewalt und die ganzen Greultaten der Nazis. Ist das denn nicht alles unauslöschlich im Gedächtnis.“ „Der Mensch muss leben, darum lernt er auch zu vergessen. Ob man das vergessen darf, kann ich dir nicht sagen, ich weiß nur, dass man mit diesen Erinnerungen nicht einfach leben kann. Ich jedenfalls nicht und ob andere es leichter haben, denke ich auch nicht, es sind ja mehrere Generationen betroffen. Täter und Opfer. Und viele wollen das erlebte einfach nicht mehr erinnern, darum schweigen die meisten. Ich kann nichts Gutes an dieser Zeit finden. Im Nachhinein, als alles bekannt wurde und heute noch bekannt wird, muss ich Fragen, an die Geschichte stellen. Fragen die mir vielleicht nur die Toten beantworten können. Die Menschen die damals für ihre Überzeugung gestorben sind. Gestorben an den Folgen eines Regimes. Ich bin froh dass ich noch lebe. Meine Familie überlebt hat, trotz des Krieges und der ganzen Schwierigkeiten.

Freiheit ist dieses Ding zwischen den Menschen welches sich nur so weit voran bewegt wie der andere, das Gegenüber zulässt, ich kann nur so weit gehen wie, dass der andere nicht in seiner eigenen Freiheit eingeschränkt wird.

Das gesamt Trauma nach dem Krieg. Setzt sich in den Familien fort. Es findet keine Bearbeitung statt und wird in der idealen Gesellschaft nicht weiter beachtet. Die Kinder werden als Projektionsfläche missbraucht und wachsen in einem geschädigten Umfeld auf. Die Werte sind allein Haus, Auto, Urlaub. Hier werden die Wertvorstellungen verschoben. Wie ein schleichender Sieg der Nationalsozialisten. Vorstellung der idealen Gesellschaft, ( Nationalsozialisten ) übersteigt die Utopie von Orwell. Abweichler werden direkt erkannt, Psychoanalyse als Mittel der Erkennung. Der Mensch nach Muster von Demagogen.

Eberhard: Gespräch mit Ingo.

Ich suche schon seit geraumer Zeit nach der Gesellschaft. Was muss ich mir unter diesem komplexem Begriff vorstellen, mir ist klar was ich mir vorstellen soll nur ist meine Begegnung  eine andere. Wird dieser Begriff nicht mehr synonym genommen für eine anonyme Bevölkerungsschicht, die sich begegnet und versucht dies wieder zu erkenne was sie selber glaubt in sich zu tragen. Ein suchen und ausloten der eigenen Identität durch die Verarbeitung und Reflexion der Menschen um einen herum. Wie kann ich verstehen dass es Strömungen geben soll, eine Bewegung von etwas nach etwas hin. Wenn ich so etwas annehme, muss ich gleichzeitig annehmen, dass es einen Standpunkt gibt, ohne den es keine Bewegung, oder Strömung in jeglicher Richtung geben kann.

Dem deutschen Volke, diese Satz steht über dem Eingang des deutschen Reichtages. Dort steht nicht dem Volke deutscher Nation. Dieser Satz zielt auf ein Deutschtum, auf eine Eigenart eines Volkes. Der Staat ist für den Menschen nicht der Mensch für den Staat. Wer hat einen Fehler gemacht wenn dieser Satz seine Richtigkeit verliert. Tue Gutes und sprich darüber. Haben wir vergessen deutsch zu denken, ist es überhaupt die Grundlage für ein Deutsch sein, auch so zu denken. Nach dem Krieg haben wir mit aller Macht verlernt deutsch zu sein.

Ist es zu technokratisch Gesellschaft als eine systematische Einheit zu sehen, welche unter zu Hilfenahme von Kultur, Politik, Wirtschaft und Ernährung eine Gesellschaft also sich selber bilden will. Dann findet hier eine Rückkopplung statt, welche ein sich selber nährender Impuls ist, bestrebt um Reinheit und Selbsterhalt. Hier muss doch die Betrachtung auf die Gesellschaft genauer sein, wenn ich von Selbsterhalt spreche. Wenn sich ein System erhalten will, dann geht es gegen Strömungen vor, welche sich gegen es richten. So wird alles Neue und Unbekanntes erst einmal mit Argwohn belegt bis es als unschädlich für die Gesellschaft betrachtet wird. Ich muss erkennen dass die Gesellschaft ihre eigenen Regeln hat. Es eine Artikulation verlangt um ernst genommen zu werden. Eigenartig, dass Bildung die Grundvoraussetzung ist um der Gesellschaft gegenüber zu treten, egal mit welchem Hintergrund man dies tun möchte. Die Bildung welche von der Gesellschaft verfügt wird, dreht sich zu einer gesellschaftlichen Gegenbewegung. Scheinen Regimegegner erst lange Zeit unbeachtet in der Gesellschaft zu verharren, bis sie sich loslösen und ihren konträren Einstellungen verlauten lassen. So zu sagen den Weg in den Untergrund wählen um ihren Überzeugungen treu zu bleiben. Kann ich nur für mich selber hoffen, dass kontroverses Denken nicht zu vorschnell abgelehnt wird und aus mir eine durch die Gesellschaft verhinderte Existenz wird. Verdammt zu zurückgezogenem Leben und Ausschluss aus Intellektuellen Kreisen. Dann wegen der fehlenden Bildung auch späterer Zugang zu den intellektuell benötigten Gesprächskreisen verwehrt bleibt. Man darf nicht auf den falschen treffen, sonst ist die ganze Zukunft verbaut. Die Zukunft welche einem noch früh als möglich da liegt.

Wo kann man erkennen wie wichtig Sprache für Gesellschaft ist und was sie bewirken kann. Welche Errungenschaft Sprache ist und was sie bilden kann. Wie sich die Hochform zusammen setzt und was sie bewirkt. Im Gegensatz zu monolithischen Gesprächsfragmenten, welche unbeobachtet verhallen und, die Arbeit an der Rede nicht wert waren. Ist es Grundlage der Politik sich nur auf eigenem Terrain zu bewegen um nicht aus den eigenen politischen Reihen zu treten. Die politische Rückendeckung zu erhalten. Wie weit kann man das politische Geschehen mit einer volksnahen Wirklichkeit vergleichen, das politische Handeln in anderen Bereichen wieder finden. Wenn es so etwas wie politisches Verhalten überhaupt gibt, in der völkischen Lebensform. Ich verrenne mich in eine Idee und gebe darüber Kunde, wenn ich mich eines besseren besinne und einer neuen besseren Idee nachgehe, lasse ich die alte fallen. Völlig ungeachtet jedweder Konsequenzen, welche ich nur aus der Wählerschaft erfahre. Bis zur nächsten Wahl ist lang, der Weg an die Macht war mindestens genau so lang, eher länger. Bin ich an dieser Stelle nur mir selber verpflichtet und muss auch nur mir selber Rechenschaft ablegen. Wenn ich etwas tue oder sage dann tue ich es auch Überzeugung. Kann es denn falsch sein nach seiner Überzeugung zu handeln, eben wenn auch diese sich nicht von einem auf den anderen Tag bildet. Erfolg ist die Verknüpfung richtiger Entscheidungen. Wenn ich andere entscheiden lasse dann kann ich selber nie Fehler machen und auch nicht aus diesen lernen. So gibt es Praktiker und Theoretiker, mögen sich beide nicht verstehen sind sich doch fast auf einander angewiesen. Warum auch immer scheint der eine manche Arbeiten des anderen nicht ausführen zu wollen.
So treffen Leben aufeinander die sich bis zu dem Zeitpunkt des Kennen Lernens noch nie gesehen haben und sollen dann miteinander, die weitere Zeit auskommen.

Gaby, du kannst dir nicht vorstellen wie glücklich ich bin, dieses Zimmer bei Frau Knopp zu haben. Endlich auch einen wirksamen räumlichen Abstand zu meiner Mutter zu haben. Meine Gefühle abklingen lassen zu können und etwas wie ein eigenes Leben spüren zu dürfen. Sicher meint meine Mutter immer alles gut, nur ist dieses gut nicht identisch mit meinem. Wir beide sind zu verschieden, als dass wir uns auf einer Ebene friedlich treffen könnten. Mir geht ein schweres Wort durch den Kopf welches ich nur ungern aber dennoch notgedrungen in den Mund nehmen muss, Psychohygiene. Sicher mag es sein dass ich eine spezielle Vorstellung darüber habe, aber ich kann mich nicht dauernd entzweien lassen. Ich habe einfach Angst endgültig zerrissen zu werden. Ich sehe schon den Tag an dem das passieren wird, und dann, was soll ich dann tun. Meine Illusion kollidiert mit der Phantasie meiner Mutter. Schade und traurig dies sagen zu müssen aber sie hat einfach keine Ahnung von mir und was in mir vorgeht, nicht das mindeste Interesse. Muss ich mich da nicht fragen, ob sie denn überhaupt ein Interesse an mir haben muss. Ich bin keine Puppe, die man mit sich herum tragen kann. Mit der man sein eigenes Ego befriedigt. Ich bin ein existenter Mensch mit einem eigenem Willen. Mit eigenen Vorstellungen von Sein, Leben und von der Welt. Und einer Vorstellung von meiner Mutter. Wenn ihr etwas nicht passt dann soll sie es sagen, aber mich meine Sache machen lassen. Ich muss und werde meinen Weg finden, egal was sie mir für Steine in den Weg rollt. Das sieht sie nur leider nicht, mich treibt das in die Verzweifelung. Was soll ich nur tun. Ich habe doch auch nicht ewig Zeit auf dieser Welt. Soll ich mich geschlagen geben, meine Existenz verneinen. Ich bin der, der ich bin. Nicht mehr und eben auch nicht weniger. Ich will mich nicht in dieses alt hergebrachte Gefüge von Macht und Ordnung einreihen. Obrigkeitshörig werden und alles wie von Gott gegeben hinnehmen. Nein, das werde ich auf gar keinen Fall tun. Mir ist mein Leben, dies werde ich bis zum Ende leben und mich nicht auf halber Strecke aufgeben. Wir leben in einem Staat der einem eine persönliche Entfaltung ermöglicht. Haben Freiheiten von denen andere Menschen nur träumen, dafür gilt es ein zu stehen und dies an zu nehmen und für sich zu verwirklichen. Was auch immer das genau heißen soll und wird. Ist es nicht schrecklich, immer wieder auf eine Ignoranz zu stoßen die einen von diesem Gemeinschaftssinn abbringen will. Schau nur diese weich gekochten Beamten. Die sehen nur noch ihre Arbeit und ihre Pension. Wo ist da das Leben, was machen die mit ihren Gefühlen und mit ihren Kindern. Muss man so abstumpfen, um funktionieren zu können. Jeder Durchlauferhitzer ist lebendiger als so ein Apparattschik. Ist denn die Selbstaufgabe gefordert um der klaren Sicht wegen. Das kann doch nicht sein. Mag sein dass wir hier in Bonn etwas verstärkt diese Verhaltensweise beobachten können. Oder kann man auch etwas aus dieser Haltung lernen. Vielleicht sind es aber auch die vielen so schnell aufeinander folgenden Direktiven die einen den eigenen Kopf verlieren lassen. Einen in eine rudimentäre Lebensform pressen. Materiell sind diese Menschen sicher gut versorgt, nur fehlt ihnen an einer Klarheit. Einer speziellen Sicht der Dinge. Gut, alle können nicht so sein. Nur scheinen es die wenigen wichtigen zu sein die den ganzen Brunnen vergiften. Ihre überkorrekte Haltung als das Normal zelebrieren müssen. Muss denn ein Mensch, in allen Lebenslagen ein und die selbe Haltung an den Tag legen. Sicher ich kann mir vorstellen dass es nicht leicht ist mit dem ablegen des Aktenkoffers auch gleichzeitig ein anderer Mensch zu werden. Nur verlangt niemand so zu bleiben wie er im Amt ist. Die einzigen Menschen denen er natürlich begegnen soll, ist seine Familie, die möchte er doch bitte von seinem Amt verschonen. So heilig kann doch niemand sein dass er in jeder Sekunde seines Lebens der absoluten Staatstreue verpflichtet ist.